Die Eselretter von Nairobi

  • Sonntag, 27. Januar 2013, 18.20 - 19.10 Uhr

Esel zieht einen schweren Karren mit vielen Kanistern

Die Eselretter von Nairobi

(46:06)

Sonntag, 27. Januar 2013, 18.20 - 19.10 Uhr

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In Kenia sind Esel wichtige Lasttiere. Selbst in der Großstadt Nairobi sieht man sie inmitten von endlosen Autoschlangen. Ihr Leben ist oft hart und voller Schmerzen. Die Eselretter von Nairobi wollen das ändern.

Esel zieht einen schweren Karren mit vielen Kanistern

Schwere Karren

Esel sind in dem ostafrikanischen Land sehr beliebt – aber geschützt werden sie nicht. Täglich müssen sie unter schwersten Bedingungen arbeiten. Jeden Morgen beliefern die Händler mit ihren Karren Haushalte, Hotels und Krankenhäuser mit frischem Trinkwasser. Auf das Wohl der Tiere wird dabei kaum Rücksicht genommen. Viele Halter behandeln ihre Esel eher wie ein Arbeitsgerät denn als ein Lebewesen: Sie geben ihnen nichts oder nur wenig zu fressen, schlagen sie und überladen die Karren, um am Ende des Tages möglichst viel Gewinn zu machen.

Eselasyl

Das Donkey Sanctuary in Nairobi wurde von Tierschützern ins Leben gerufen, welche die Lage der Esel verbessern und das Verhalten der Besitzer ändern wollen. Das größte Problem ist das Zuggeschirr. Meist sind es nur Provisorien aus einem Wirrwarr an Bändern, die die Esel verletzen. Die Karrenfahrer nehmen dafür Nylonbänder, weil sie billig sind. Diese schneiden den Tieren jedoch ins Fleisch – die Esel müssen daher oft mit offenen Wunden Lasten ziehen.



Das Team von Donkey Sanctuary fährt herum und zeigt Eselhaltern, wie man den Tieren mit wenigen Handgriffen Erleichterung verschaffen kann: Ein paar Decken oder alte Lumpen, schon ist der Gurt gepolstert. Die Eselhalter zeigen sich in der Mehrheit einsichtig.



Tierschützer vom Donkey Sanctuary sprechen mit dem Führer eines Eselkarrens

Zuggeschirr vom Eselasyl

Besseres Zuggeschirr können die Karrenfahrer direkt beim Eselasyl kaufen. Dort wird das Sattelzeug in einer eigenen Werkstatt hergestellt, vollständig aus lokalen und kostengünstigen Materialien. Dadurch können sich auch die Karrenführer das Geschirr leisten. Der Handwerker Daniel Githau fertigt dort bereits seit 13 Jahren solche Gurte an. Es sieht es als seine Mission: Er hilft Eselbesitzern auch, gutes Geschirr selbst herzustellen.

Ärztliche Versorgung

Im Donkey Sanctuary in Nairobi finden die Tiere außerdem Zuflucht, wenn es sie besonders schwer getroffen hat. Hier haben sie Zeit zu genesen, bevor für sie ein neues Zuhause gesucht wird. Tierarzt David Obiero behandelt in der Eselambulanz ihre Wunden. Einige Esel sind auch Opfer von Gewalt geworden: Sie wurden von ihren Besitzern ausgepeitscht.



Viele Esel auf einer Freifläche im Eselasyl vom Donkey Sanctuary

Erfolg der Tierschützer

Durch ihren unermüdlichen Einsatz können die Eselretter tatsächlich Erfolge verbuchen: Ihre Tipps zur besseren Haltung setzen sich allmählich durch. Die Menschen beginnen, ihre Esel zu schätzen. Die Regierung überprüft sogar die Tierschutzgesetze. Denn nur ein gesunder, glücklicher Esel kann gute Arbeit verrichten.

Autoren: K. Kunde-Neimöth und U. Steinwehr


Stand: 27.01.2013