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Sendung vom 20. Juni 2011
Der verbotene Kick
In wenigen Tagen treten die deutschen Fußballfrauen zur Weltmeisterschaft im eigenen Land an. Bei ihren Spiele werden Millionen von Fans im Stadion oder vor dem TV sitzen und sie anfeuern. Von solcher Anerkennung konnten die Mädchen und jungen Frauen, die nach dem Krieg anfingen, in festen Mannschaften Fußball zu spielen, nur träumen.
Nicht nur, dass man sie nicht beachtete. Viel schlimmer: Der DFB wollte Frauenfußball unter allen Umständen verhindern. 1955, ausgerechnet in der großen Begeisterung über das "Wunder von Bern", wurde Frauen und Mädchen in Deutschland das Fußballspielen ganz offiziell untersagt. Das wollten sich aber längst nicht alle Frauen einfach bieten lassen.
Genau solche Frauen, die sich mutig über dieses Verbot und den damit verbundenen Spott und die Häme der Männerwelt hinweggesetzt haben, sind die Hauptdarstellerinnen in der Dokumentation. Frauen, die damals, in den 50er und 60er Jahren, "wilde Mädchen" in Essen und Dortmund, in und um Hamburg waren. Sie hätten unter anderen Bedingungen Stars und Idole werden können - wie Helmut Rahn oder die Spielerinnen der Nationalmannschaft heute.
Aus der heutigen Sicht wirken die Auswüchse des Geschlechterkampfes auf dem scheinbaren Nebenschauplatz Fußball völlig irrwitzig. Aber damals führten gerade die männlichen Beteiligten diese Debatte in vollem Ernst und mit nahezu heiligem Zorn. Die Mädchen von damals blicken auf dieses Kapitel Nachkriegsgeschichte mit sportlicher Gelassenheit zurück. Im Vordergrund der Dokumentation stehen ihre konkreten Erinnerungen an Konflikte und Hindernisse, aber auch an listige Tricks und stille Genugtuung.
Ein Film von Werner Kubny und Per Schnell
Autoren (lit. Volage): Jürgen Nendza, Eduard Hoffmann,
Günther Bäcker
Redaktion: Beate Schlanstein
Stand: 10.06.2011
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