Kinder des Widerstands

Vier Menschen und das Erbe des 20. Juli

  • Freitag, 20. Juli 2012, 23.40 - 00.23 Uhr

Filmrolle abgewickelt

Man ist gewohnt, die Attentäter des 20. Juli 1944 und ihre Unterstützer als Helden anzusehen. Sie werden öffentlich gefeiert und gelten auch international als Beweis dafür, dass es selbst während des NS-Regimes „anständige Deutsche" gab. Dabei gerät zunehmend aus dem Blick, dass die deutsche Gesellschaft noch lange nach dem Krieg den Widerstand gegen Hitler als Verrat angesehen hat - auch offiziell.



Adolf Lampe,

Verräterkinder

Darunter gelitten haben vor allem die Kinder. Die am Widerstand beteiligten, von den Nationalsozialisten ermordeten Väter und Mütter wurden von den obersten Gerichten bis hinunter zu Sozialbehörden als Hoch- und Vaterlandsverräter eingestuft; ihre Familien wurden somit jeder Entschädigung, Rentenzahlung oder Sozialhilfe beraubt, ihre Kinder als "Verräterkinder" in der Nachbarschaft und in Schulen gemobbt und gemieden.

Während in Nürnberg verurteilte NS- und Kriegsverbrecher, ab Anfang der 50er Jahre fast alle begnadigt, in Ehren in ihre Heimatstädte und vorherigen Dienstgrade zurückkehrten, lebte die Mehrzahl der Widerstandsfamilien lange Zeit ohne soziale Absicherung und gesellschaftliche Anerkennung.

Ohne gesellschaftliche Anerkennung

Offizier Kurt Hahn

Vier dieser „Kinder des Widerstands" erzählen, wie sie den feindseligen Umgang der Gesellschaft mit ihnen - und dem Vermächtnis ihrer Eltern - erlebt haben und wie er ihren Lebensweg geprägt hat. Es sind dies Uta Maaß, die Tochter des Gewerkschafters Hermann Maaß, Wibke Bruhns, die Tochter des Unternehmers Hans Georg Klamroth, Michael Hahn, der Sohn des Offiziers Kurt Hahn, sowie Christine Blumenberg-Lampe, die Tochter des Professors für Sozialökonomie Adolf Lampe.

Ein Film von Bernhard Pfletschinger | Redaktion Beate Schlanstein




Stand: 12.07.2012