Joachim Fuchsberger
- Freitag, 17. August 2012, 23.15 - 23.57 Uhr
Kaum einer weiß so gut wie Joachim Fuchsberger, wie er mit den Medien umzugehen hat. Er spürt förmlich, was das Publikum will: Offenheit, Echtheit und Unterhaltung auf Augenhöhe. Er gibt den Menschen das Gefühl, weniger allein zu sein.
Er ist mit ihnen alt geworden, wurde wie viele seiner Fans als Jugendlicher in eine Nazi-Uniform gesteckt und schenkte ihnen nach harten Kriegsjahren Zerstreuung, indem er als Inspektor bei Scotland Yard haarsträubende Kriminalfälle aufklärte oder in Heimatschmonzetten schöne Frauen verführte.
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Joachim Fuchsberger war 1972 Stadionsprecher bei der Eröffnungs- und Abschlussfeier der Olympiade.
Der aufregendste Auftritt des Joachim Fuchsberger war jedoch eine stumme Rolle. Bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele 1972 befürchteten Sicherheitskräfte einen weiteren Anschlag. Ein entführtes Flugzeug habe Kurs auf München genommen, teilte man Stadionsprecher Fuchsberger mit. Er solle über die Evakuierung des Olympiastadions entscheiden. Fuchsberger sah zwei Abfangjäger über das Stadion donnern und behielt einen kühlen Kopf. Er schwieg, um eine Massenpanik zu verhindern.
Die Macht der Medien
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Sein großer Durchbruch gelang Fuchsberger als Gefreiter Asch im Jahr 1954 im Dreiteiler "08/15". Mit im Bild: Eva Ingeborg Scholz
"Blacky" findet in schwierigen Momenten die richtigen Worte und schweigt an den richtigen Stellen. Als Talk-Master gelang ihm das nicht immer. Zwar brillierte er als unangefochtener Quotenkönig mit "Auf los geht´s los", doch die Kritiker warfen ihm einen unkontrollierbaren Hang zu verbalen Entgleisungen vor und beschimpften ihn als einen ungalanten Grobian. "Die Medien haben eine ungeheure Macht. Sie machen Karrieren, stellen einen auf den Sockel und bauen gleich eine Sprengladung ein", beklagt "Blacky". Die Schmähungen der Kritiker schmerzen ihn bis heute. Doch sein Publikum blieb ihm treu, auch als er im Zorn nach Australien flüchtete, um von dort mit "Terra Australis" zurück in die heimischen Wohnzimmer zu kehren.
Das Publikum ist seine Lebensenergie
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Joachim Fuchsberger bekommt 2011 den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk. Frank Elsner hält die Laudatio.
Es ist ein Wechselspiel. Er gibt vieles preis und bekommt dafür etwas Existenzielles zurück: Lebensenergie. Er braucht den Kontakt zu seinem Publikum wie die Luft zum Atmen: "Der Kontakt zum Publikum ist die einzige Droge, die ich mir leiste", gesteht Fuchsberger. Doch woher kommt seine große Sehnsucht nach Anerkennung und Zuspruch? Wieso sucht er die Zuneigung Fremder, einer anonymen Masse und woher stammt seine unglaubliche seelische Widerstandskraft? Was treibt ihn an? Wie tickt er? Und wie schaffte er es, Klaus Kinski zu besänftigen und sich vor Romy Schneider zu blamieren?
Ein Film von Tina Solimans | Redaktion: Christiane Hinz
Stand: 09.08.2012
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