Caterina Valente
- Freitag, 24. August 2012, 23.15 - 23.58 Uhr
Caterina Valente ist der größte Star, den die Unterhaltungsbranche in Deutschland nach dem Krieg hervorgebracht hat. Über 1500 Liedaufnahmen hat sie eingespielt, in über 1000 Shows und Filmen getanzt, gespielt und gesungen. Doch ohne ihre Familie wäre ihr Leben nicht so erfolgreich verlaufen.
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Ein Traumpaar der 60er Jahre: Caterina Valente und Peter Alexander
Mit fünf Jahren steht Caterina Valente zum ersten Mal im Rampenlicht. Ihr Vater Giuseppe ist ein bekannter Akkordeonvirtuose, Mutter Maria der beste Musical-Clown der Welt. Zusammen mit den Eltern und den drei Geschwistern tingelt sie durch Europa. Die Mutter ist der Mittelpunkt der Familie, sie bestimmt, wer auftritt und verteilt die Gagen. Im Krieg verliert die Familie fast alles. Eine Brandbombe fällt auf den Berliner Wintergarten, wo sie damals gastieren. Am Kriegsende werden sie in ein sowjetisches Internierungslager gebracht - eine traumatische Erfahrung für die 15-jährige Caterina.
Erste Schritte in die Solokarriere
Nach dem Krieg tritt die Familie wieder gemeinsam auf. Caterina Valente versucht eine Solokarriere als Sängerin in Paris. Gilbert Becaud komponiert Chansons und kocht für sie. Aber dann verliebt sie sich in den deutschen Jongleur Gerd Scholz, Künstlername Erik van Aro. Der lässt das Jonglieren sein und betreibt mit Nachdruck ihre Karriere als Sängerin - mit großem Erfolg. Damit nabelt sie sich auch von der Mutter ab. Als die Tochter van Aro heiratet, kommen die Eltern nicht zur Hochzeit. Erst später wird sich Caterina wieder mit ihnen versöhnen.
Jazz und Schlager
Im Zirkus Grock in Zürich wird Caterina Valente entdeckt und macht erste Solo-Aufnahmen. Kurt Edelhagen engagiert sie. Bei ihren Anfängen im Südwestfunk Baden-Baden singt sie noch Jazz. Doch der Markt verlangt Schlager. Keine Frage, sie kann das besser, als die meisten. Der Hit 'Malaguena', wird ein Welterfolg. Ab jetzt ist sie für sehr lange Zeit ganz oben. Ihre Schlager begleiten die Wirtschaftswunderjahre der jungen Bundesrepublik.
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Ihr Erfolg in den USA prägt Valentes weitere musikalische Entwicklung. Hier bei Dreharbeitenl mit Bill Haley.
Internationaler Erfolg
Bald hat sie eine eigene TV-Show, "Bonsoir, Kathrin!". Ein paar Spielfilme macht sie auch und wird mit Peter Alexander zum Traumpaar. Doch Mitte der 60er kommt mit den Beatles und der neuen Popmusik für viele Schlagerstars das Ende. So auch für die Valente - aber nur in Deutschland. Schon längst hat sie auch international Erfolg. Sie tritt im Pariser "Olympia" auf und wird mit einem Schlag zum Stadtgespräch. Sie singt in zwölf Sprachen, spricht sechs davon fließend. Und - das gelingt sonst keinem aus der deutschen Unterhaltungsbranche - sie wird ein Star in den USA. Dort tritt sie mit Dean Martin, Bing Crosby, Danny Kaye und in der Perry-Como-Show auf.
Rückkehr auf deutsche Bühnen
In den 70ern versucht sie es erneut in Deutschland, doch die Presse mäkelt. Der Star des Wirtschaftswunders singt zu viele amerikanische Standards. 1971 verlässt sie Erik van Aro und verliebt sich in den 16 Jahre jüngeren Jazzpianisten Roy Budd, kurz darauf wird geheiratet. Caterina Valente ist froh, ihr Image als „Stimme des Aufschwungs“ loszuwerden. 1974 wird sie zum zweiten Mal Mutter und erklärt das Ende ihrer Karriere. Aber wirklich aufhören kann sie nicht. Schon bald tritt sie wieder auf, überall auf der Welt. 1979 lässt sie sich von Ehemann Nr. 2 scheiden. Er kommt mit ihrem Ruhm nicht zurecht, sie will sich nicht wie eine Hausfrau unterordnen. Caterina leidet und arbeitet weiter.
Ein ruhiges Ende einer Karriere
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Caterina Valente und Autor Michael Strauven in Lugano, Februar 2012
Erst ab Mitte der 80er wird es ruhiger um sie, sie bekommt jede Menge Preise, tritt nur hier und da noch auf. Das deutsche Publikum liebt sie wieder: Das TV-Special zu ihrem 50. Bühnenjubiläum, "Bravo Catrin" sehen 17 Millionen Zuschauer. Heute lebt sie zurückgezogen bei Lugano im Tessin. Ihre Hobbys: Kochen, Stricken, Fotografieren. In einem Fragebogen vermerkt sie ihre Lieblingstugend: "Arbeit", ihr Hauptcharakterzug: "Selbstdisziplin". Sterben möchte sie "auf dem Weg zur Arbeit".
Ein Film von Michael Strauven | Redaktion: Christiane Hinz
Stand: 09.08.2012
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