Wir Opelaner

  • Freitag, 28. September 2012, 23.15 - 23.57 Uhr

Filmrolle abgewickelt

Die Opelwerke in Bochum feiern im Oktober 2012 ihr 50-jähriges Jubiläum. Seit der Eröffnung im Jahr 1962 hat das Autowerk die Region, die Menschen und die Stadt Bochum geprägt. Gegründet während der Zeit der Zechenschließungen stand Opel lange Zeit für Vollbeschäftigung, Sicherheit und Wohlstand.



Sven Wehmeyer (l), Damaris (hinten, l) und Freddy Wehmeyer (hinten, r), Grete (vorn, M) und Jürgen Scherphausen (vorn, r) und Sohn Jens Wehmeyer (ganz, r)

Heute befindet sich das Autowerk in der größten Krise seit seiner Inbetriebnahme. Viele Familien waren über Generationen bei Opel beschäftigt. Die Dokumentation zeigt 50 Jahre Industriegeschichte aus dem Blickwinkel der Menschen, deren Leben und Identität von einem Großkonzern geprägt werden.

Opel-Treue über drei Generationen

Der Film erzählt die Geschichte der Familie Scherphausen/Wehmeyer, die in mehreren Generationen bei Opel in Bochum gearbeitet hat und noch arbeitet. Obwohl die verschiedenen Generationen in der Einschätzung der Geschichte und der aktuellen Situation des Werkes Bochum unterschiedlicher Meinung sind, eint sie eine unumstößliche Identifikation mit dem Produkt, das sie herstellen. Und für alle ist es unfassbar, dass es Opel in Bochum vielleicht in nächster Zukunft nicht mehr gibt.

Das Automobilwerk als Lebensmittelpunkt

Jürgen Scherphausen, der Grossvater, hat 1962 bei Opel angefangen und dort 34 Jahre gearbeitet. Bei Opel lernte er auch seine Frau Grete kennen, die 30 Jahre als Montagearbeiterin in der Endfertigung gearbeitet hat. Beide sind heute im Ruhestand und erinnern sich gerne an die Zeit bei Opel. Gretes Sohn Freddie Wehmeyer kam 1976 mit 19 Jahren zu Opel, er ist ein zutiefst überzeugter Opelaner, arbeitet in der Lackierei und vertritt den Meister. Freddie hat bei Opel viele Krisen erlebt, glaubt aber ungebrochen an das Produkt, an dem er mitarbeitet: „Seit 1979 machen sie Opel jedes Jahr zu“.

Keine Aussicht auf eine sichere Zukunft

Die Brüder Sven (l) und Jens Wehmeyer

Seine Frau Damaris hat von 1986 bis 2002 bei Opel gearbeitet, zuerst in der Näherei und später in der Lackreparatur. 2002 verließ sie Opel mit einer Abfindung. Heute bereut sie diesen Schritt sehr. Freddies Söhne Sven und Jens haben beide bei Opel eine Lehre gemacht. Sven wurde nach Abschluss der Ausbildung für ein Jahr übernommen und landete dann bei Leiharbeiterfirmen, die für Opel arbeiteten. Sein Bruder Jens wurde übernommen. Die unsichere Zukunft des Werks Bochum macht ihm Sorgen. Er würde jede Arbeit bei Opel machen.

Der Einfluss des Autobauers auf die Region ist enorm

Der Film schildert die verschiedenen Phasen der Entwicklung bei Opel in Bochum, die auch Folgen für die Familie Scherphausen/Wehmeyer hatten und sie bis heute prägen. Es spiegelt den permanenten Wandel im Kontext globaler Entwicklungen. Entgegen der Überzeugungen und Hoffnungen vieler Opelaner ist Opel nicht für die Ewigkeit gebaut.

Ein Film von Michael Loeke und Ulrike Franke
Redaktion: Beate Schlanstein




Stand: 19.09.2012