Die Trauerredner
- Samstag, 24. November 2012, 00.08 - 00.45 Uhr
Sie sind ehemalige Elektriker, Sozialarbeiter, Banker, Manager oder Verwaltungsangestellte. Es ist ihre Aufgabe, die richtigen Worte zu finden, wo anderen die Worte fehlen - sie arbeiten als Trauerredner.
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Bundesweit der erste private Friedhof: die "Gärten der Bestattung"
Ihre Aufträge erhalten sie in der Regel über Bestatter. Einige haben nach Jahren der arbeit als Trauerredner Stammkunden. Aber auch wenn sie schon hundertfach Menschen zur letzten Ruhe begleitet haben, Routine darf nicht aufkommen. Die tröstenden Worte müssen die Angehörigen erreichen, die Erzählungen über die Toten in eine gefühlvolle Ansprache münden. Tragik und Pathos sind überflüssig, Trost und eine Würdigung des Lebens in seinen Höhen und Tiefen sind gewünscht.
Viele Trauerredner beten und bauen christliche Denkweisen mit ein. Beim Humanistischen Verband ist das anders, die Mitarbeiter dürfen keiner weltanschaulichen oder religiösen Gemeinschaft angehören. Für sie ist das Leben nach dem Tod endgültig vorbei und so formulieren sie es auch. Martina Haselbach hat dort ihre Ausbildung gemacht und arbeitet seit einigen Jahren als Trauerrednerin.
Professionelle Erinnerung
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Autodidakt: Fritz Roth, Beerdigungs-Unternehmer und Gründer einer Trauerakademie
Fritz Roth dagegen ist Autodidakt, er war neun Jahre im Kloster, dann Manager und übernahm vor 25 Jahren die Beerdigungsfirma Pütz in Bergisch Gladbach. Er hat eine Trauerakademie gegründet, hält Vorträge und fühlt sich einer neuen Erinnerungskultur verpflichtet.
Aus unterschiedlichsten Berufen
Psychotherapeut Stefan Linsen etablierte im Auftrag eines großen Bestattungsunternehmers in NRW einen Trauerchat. Als ein Trauerredner ausfiel sprang er kurzfristig ein und nach einigen Reden gab er seinen eigentlich Beruf auf, um nur noch als Trauerredner zu arbeiten.
Daniel Mossa, gelernter Bankkaufmann und mit 32 Jahren einer der jüngsten Trauerredner, lebt schon seit 2004 ausschließlich von der Trauerbegleitung. Er begleitet eine Reisegruppe nach Roermond zu einem Friedwald und ins Krematorium.
Die Dokumentation zeigt die Arbeit der Trauerredner, für die es das wichtigste ist, dass sie den Wünschen der Angehörigen genau entsprechen. Alles soll beim letzten Abschied so verlaufen, wie es besprochen wurde.
Ein Film von Matthias Franck | Redaktion Adrian Lehnigk
Stand: 13.11.2012
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