Zwischen Kanzel und Kanzleramt
Josef Kardinal Frings - eine deutsche Kirchenkarriere
- Freitag, 07. Dezember 2012, 23.15 - 00.14 Uhr
Schon zu Lebzeiten ist Josef Kardinal Frings eine Legende. Der Kölner Erzbischof wird von Zeitgenossen verehrt, bewundert und geachtet. Selbst seine Gegner respektieren den mächtigen Kirchenmann. Bis heute unvergessen ist seine berühmte Silvesterpredigt von 1946, in der er in der schweren Nachkriegszeit den Kohlendiebstahl erlaubte - das "Fringsen".
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Ihr Verhältnis zueinander blieb ausgesprochen kühl: Bundeskanzler Adenauer und Kardinal Frings.
So jedenfalls nannten die Kölner seither die illegale Kohlenbeschaffung. Der Begriff fand zeitweilig sogar Eingang in ein deutsches Wörterbuch und machte den Kölner Oberhirten weit über die Grenzen des Rheinlandes hinaus berühmt.
Der Film erzählt die Lebensgeschichte des einfachen Priesters, populären Seelsorgers und gewieften Kirchenpolitikers. Es ist nicht nur die Geschichte einer Karriere des Bürgersohns Josef Frings aus Neuss zu einem der mächtigsten und einflussreichsten Kirchenfürsten, sondern auch die Geschichte des Wiederaufstiegs der katholischen Kirche in Deutschland.
Ein Blick in die neuere Geschichte der katholischen Kirche
Die Dokumentation zeigt Werdegang und Haltung der Katholiken und ihrer Kirche im Kaiserreich ebenso wie in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus bis in die Nachkriegszeit, in der nicht nur Josef Frings zu einer Art Sprecher der Deutschen aufsteigt, sondern auch die katholische Kirche in Deutschland neue ungeahnte Macht erfährt.
Zeitzeugen, Kirchenhistoriker und unbekanntes Film- und Fotomaterial zeigen in der Dokumentation Leben und Wirken von Josef Frings und seiner Kirche von 1910 bis 1949 - es ist die Geschichte einer deutschen Kirchenkarriere.
Ein Film von Heinrich Billstein | Redaktion: Beate Schlanstein
Stand: 28.11.2012
- Mehr als nur "Fringsen" Im Gespräch erinnert Kirchenhistoriker und Frings-Biograf Norbert Trippen an Kardinal Frings und seine Anekdoten.
- Kardinal Frings initiierte 1958 "Misereor" Kardinal Frings setzte mit dem Hilfswerk Misereor auf "Hilfe zur Selbsthilfe".
- Der Hungerwinter 1946/47 (NDR) Historische Fakten zu einem bewegenden Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte.
- Webseite der Frings-Gesellschaft Die 1996 gegründete "Josef Kardinal Frings-Gesellschaft zu Neuss am Rhein e.V." will dessen Leben und Werk lebendig zu halten.
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