Düsseldorf vs. Köln
Rivalen am Rhein
- Freitag, 12. Oktober 2012, 20.15 - 21.00 Uhr
Köln, die mittelalterliche Metropole, Düsseldorf, die Landeshauptstadt. Die beiden ungleichen Schwestern am Rhein trennen keine vierzig Kilometer - so nah und doch so fern. Und immer in Sorge, der andere könnte schöner, schneller oder besser sein.
-
-
Bild vergrößern +
Kann mit der Rivalität zwischen den Städten nur wenig anfangen: Kölner Urgestein Wolfgang Niedecken.
Videos
Seit wann gibt es diese Konkurrenz? Schon immer, sagen die Kölner und meinen damit seit den Römern. Damals, so der Kabarettist Jürgen Becker, war Düsseldorf die Pferdeweide der Kölner und überhaupt herrschte noch sehr lange "Tote Hose" im Dorf an der Düssel, weshalb die beste Band aus Düsseldorf denn auch so hieße. Die wiederum habe "Eier" bewiesen, so Wolfgang Niedecken, als sie im Müngersdorfer Stadion den Westernhagen-Song (notabene ein Düsseldorfer) "Ich bin froh, dass ich kein Dicker bin" in "Ich bin froh, dass ich kein Kölner bin" umtexteten.
Ursprung in der Preußen-Zeit
Der eigentlich Ursprung der Rivalität geht auf die Preußen-Zeit zurück und fand in den späteren Oberbürgermeistern Robert Lehr und Konrad Adenauer zwei leidenschaftliche Streiter für ihre Städte. Wobei sich letztgenannter sehr erfolgreich für sein Köln in die Bresche warf. Denn nach dem Krieg musste das völlig zerstörte Köln viele Rückschläge und eine schreckliche Kränkung einstecken: Nicht Köln, sondern das Dorf an der Düssel wurde die Landeshauptstadt des neuen Bundeslandes NRW.
-
-
Bild vergrößern +
Lässt an den Kölnern kein gutes Haar: Der Wagenbauer Jacques Tilly aus Düsseldorf.
"Eine massive narzisstische Kränkung" diagnostiziert der Kölner Psychologe Stefan Grünewald, auch wenn die Kölner damit fertig werden, denn niemand liebt seine Stadt heftiger als die Kölner. Dabei habe Köln das Pech, ausgesprochen hässlich zu sein, kontert der Düsseldorfer Karnevalszugbauer Jacques Tilly, der an den Kölnern kaum ein gutes Haar lässt, aber ihnen immerhin Nachhilfe in der Technik des Wagenbaus anbietet. Nicht alle Düsseldorfer sind oder waren schon immer so selbstbewusst.
"uptown" versus "downtown"
Denn auch Hauptstädter zu sein will gelernt sein. So erinnert sich der ehemalige Bau- und Sportminister Michael Vesper an seine Jugendzeit in Düsseldorf, dass ein wahrer Minderwertigkeitskomplex gegenüber den Kölnern herrschte. Köln war cooler, angesagter, großstädtischer. So sah das auch der Galerist Rudolf Zwirner, der die "Art Cologne" erfand und damit den knallharten Konkurrenzkampf um den Ruf als die deutsche Kunstmetropole zwischen den beiden Rheinstädten lancierte. Düsseldorf war geschniegelt und eher "uptown", während Köln cool und eher "downtown" war. So lockte Zwirner dann auch die besten Düsseldorfer Künstler Gerhard Richter und Sigmar Polke in die Domstadt.
Der Film "Rivalen am Rhein" zeigt "alte" Rivalitäten der beiden Schwestern am Rhein anhand ungewöhnlicher Geschichten, überraschender Ansichten, interessanter Analysen und der nötigen Unparteilichkeit.
Ein Film von Luzia Schmid | Redaktion: Christiane Hinz
Stand: 04.10.2012
- Revier-Derby: Wenn das Stadion kocht - Rivalen auf dem Platz Internetseite zu Teil 2
- Ein Riss geht durch Schermbeck - Rivalen zwischen Rhein und Weser Internetseite zu Teil 3
- Zur Übersichtsseite der neuen Staffel "Rivalen in NRW"
Seite teilen
Über Soziale Medien