"Schöne Bescherung"
Das Hochwasser an Weihnachten 1993
- Freitag, 16. November 2012, 20.15 - 21.00 Uhr
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Am 22. Dezember 1993 lässt die Stadt Köln den Rheinufertunnel schließen. Am Ufer werden Spundwände aufgebaut, die einer Wasserhöhe von genau zehn Metern standhalten. In der Altstadt, direkt am Rhein, verbarrikadieren die Hochwassererfahrenen ihre Häuser. Und dann kommt Weihnachten, und der Rhein steigt immer noch.
Ein Problem: Der Leiter der Hochwasserschutzzentrale, Reinhardt Vogt, ist jung und noch ziemlich neu im Amt - seine Warnungen werden nicht wirklich ernst genommen. Er beruft eine Art Katastrophenstab ein, aber "die meisten haben gedacht, der Vogt spinnt", erinnert er sich. "Heiligabend war einer der komischsten Tage, die ich je erlebt habe", sagt Wilhelm Wichert, der damals gerade ein Restaurant in der Altstadt übernommen hatte. Er zog mit seiner Familie los, um den Polizisten vom Patrouillendienst kleine Weihnachtsgeschenke zu überreichen.
"Ich hab nicht Weihnachten gefeiert."
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Der Kölner Stadtteil Rodenkirchen: An Weihnachten steht die große Flut erst noch bevor.
Der ehemalige Polizeichef Winrich Granitzka erinnert sich: "Ich hab nicht Weihnachten gefeiert. Der Herr Vogt auch nicht. Er hatte auch keine Weihnachtsgeschenke für seine Kinder. Ich habe dann so zwei Teddybären in Polizeiuniform mitgebracht und sie ihm gegeben." Schließlich erreicht das Hochwasser auch Straßenzüge im Kölner Süden, die zuletzt 1926 überflutet worden waren. Wenige Zentimeter unter der kritischen Marke von 10 Meter bleibt der Rheinpegel schließlich stehen - und da macht Reinhardt Vogt einen verhängnisvollen Fehler: Er gibt Entwarnung. Da aber steht einigen Teilen des Stadtteils Rodenkirchen die große Flut noch bevor.
Der Beginn des modernen Hochwasserschutzes
Die Dokumentation rekonstruiert die dramatischen Tage rund um Weihnachten 1993. Verantwortliche und Anwohner erinnern sich an kritische Momente, an Gaffer und an selbstlose Helfer, an Momente schierer Verzweiflung und an Augenblicke großer Solidarität. Für Köln steht am Ende dieses Ereignisses die Hochwassernotgemeinschaft und die Entwicklung eines Hochwasserschutzes, der heute weltweit vorbildlich ist.
Ein Film von Meike Hemschemeier | Redaktion: Beate Schlanstein
Stand: 25.10.2012, 11:18 Uhr
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