Vom Backpulver zum Weltkonzern
Dynastien in NRW: Die Oetkers
- Freitag, 07. Dezember 2012, 20.15 - 21.00 Uhr
Backpulver, Kuchenmischungen, Tiefkühlpizza - das verbinden die meisten Menschen mit der Marke "Dr. Oetker". Die Oetkers gehören nicht nur zu den reichsten Familien Deutschlands, sondern sicher auch zu den bekanntesten. Doch ihre Geschichte ist nicht nur durch große wirtschaftliche Erfolge geprägt, sondern auch durch tragische Schicksalsschläge.
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Bescheidener Beginn: die Versuchsküche von Dr. Oetker in Bielefeld um 1900
Schon der Firmengründer Dr. August Oetker, der das Unternehmen fast dreißig Jahre erfolgreich leitet, muss den ersten großen Schicksalsschlag der Oetkers hinnehmen: 1916 stirbt sein Sohn - der designierte Firmenerbe Rudolf Oetker - auf den Schlachtfeldern von Verdun. Dieser Schlag trifft den Vater so schwer, dass er zwei Jahre später im Jahr 1918 im Alter von nur 56 Jahren stirbt.
Gerettet wird das Unternehmen durch einen Jugendfreund des verstorbenen Rudolf Oetker, Richard Kaselowsky. Doch 1944 stirbt er. Nun muss der gerade einmal 28 jährige Rudolf-August Oetker das Unternehmen übernehmen. Es folgt eine einzigartige Erfolgsstory: Rudolf-August Oetker baut das Unternehmen zu einem der größten und erfolgreichsten Konzerne in Deutschland aus, der längst nicht mehr nur Backpulver und Pudding produziert.
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Schon immer ein voller Erfolg: die Werbewagen von Dr.Oetker um 1920
An Rudolf August Oetkers Seite steht seit 1963 seine dritte Frau: Maja. Schnell wird sie zum gesellschaftlichen Mittelpunkt Bielefelds. Doch auch Rudolf-August Oetker hat einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften: 1976 wird sein Sohn Richard Oetker entführt und schwer verletzt. Erst nach über zwei Tagen Gefangenschaft und einer spektakulären Lösegeldübergabe kommt er gegen die Zahlung von 21 Millionen D-Mark frei. Die Familie zieht sich danach aus der Öffentlichkeit zurück, nur noch wenig Privates dringt nach Außen.
Was es bedeutet, ein Oetker zu sein
1991 übernimmt Dr. h.c. August Oetker, der älteste Sohn Rudolf-August Oetkers, den Konzern, den er in Zeiten der Globalisierung sehr erfolgreich führt und dank der Philosophie der Diversifikation, die schon sein Vater immer gepredigt hat, auch mehr oder weniger schadlos durch die schweren Wirtschaftskrisen des neuen Jahrtausends führt. Seit Anfang 2010 steht nun Richard Oetker an der Spitze des Konzerns und führt das Familienerbe fort.
Was es wirklich bedeutet, ein Oetker zu sein, darüber geben in diesem Film August und Richard Oetker, sowie Rosely Schweizer und Carl-Ferdinand Oetker ausführlich Antwort. So entsteht ein wirklichkeitstreues Bild ihres Vaters Rudolf-August Oetker und dessen tiefgründigen und widersprüchlichen Charakters. Komplettiert wird das Bild durch die Erinnerungen Maja Oetkers, die sich erstmals vor der Kamera äußert.
Ein Film von Manfred Oldenburg | Redaktion: Christiane Hinz
Stand: 19.11.2012, 21:44 Uhr
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