Die Zwie-Bäcker aus Hagen
Dynastien in NRW: Der Zwieback-Fabrikant Brandt
- Freitag, 14. Dezember 2012, 20.15 - 21.00 Uhr
Es war einmal ein einfacher Bäcker aus Hagen: Carl Brandt. Der entdeckt auf See den Schiffszwieback und beschließt, selbst Zwieback zu backen. 1912 gründet er die "Märkische Zwieback- und Keksfabrik". Und aus einer kleinen Backstube wird das Back-Imperium Brandt-Zwieback.
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Der Bäcker Carl Brandt wagte den Sprung in die Selbständigkeit: die Brandt-Familie und Helfer um 1912
Carl Brandt erkennt die Zeichen der Zeit und setzt auf automatische Fertigung. Während bei seinen Kollegen der Zwieback noch von Hand produziert wird, bringt Carl Brandt 1929 die erste selbst entwickelte und patentierte Zwieback-Schneidemaschine zum Einsatz. Sie verbilligt das Produkt radikal und macht Brandt binnen kürzester Zeit zum Monopolisten in Sachen Zwieback. Und Zwieback aus Deutschland hat seitdem nur einen Namen. Mehr als sechzig Millionen Packungen mit dem fröhlichen Kindergesicht werden hierzulande jährlich verkauft.
Kleinfamilienunternehmen
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Nur drei Personen haben das Unternehmen bisher geleitet: hier Gründer Carl Brandt mit seinem ersten Auslieferungswagen
Die Geschichte der Firma Brandt ist untrennbar verknüpft mit deren Familiengeschichte, genauer gesagt: der Kleinfamiliengeschichte. Denn nur drei Personen haben das Unternehmen in seiner nunmehr 100-jährigen Geschichte geleitet. Dem Unternehmensgründer Carl Brandt folgte seine 20 Jahre jüngere Frau Betty Brandt. Sie war in ihrer Zeit eine der ganzen wenigen Frauen an der Spitze eines großen deutschen Unternehmens. Nach ihrem Tod übernahm Carl-Jürgen Brandt das Unternehmen. Der heute 66-jährige ist der Adoptiv-Sohn von Carl und Betty Brandt.
Negativ-Schlagzeilen
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Der Firmensitz seit 1912: die Brandt-Werke in Hagen Ende der 30er Jahre
Parallel zum 90-jährigen Firmenjubiläum gerät das Unternehmen 2002 in negative Schlagzeilen: Die Verlegung der Haupt-Produktionsstätte von Hagen in die Kleinstadt Ohrdruf in Thüringen wird nicht nur am alten Stammsitz heftigst diskutiert. "Der Subventionen wegen" sagen die Kritiker. "Weil Hagen uns kein geeignetes Grundstück für einen Neubau geben konnte", meint Carl-Jürgen Brandt. Die in Hagen einsetzenden Streiks führen das Unternehmen schließlich beinahe an den Rand des Ruins. Und Carl-Jürgen Brandt sowie seine Familie sehen sich heftigen Anfeindungen ausgesetzt.
Rettung durch das "Brandt-Gesicht"
Gerettet hat das Unternehmen letztlich die starke Marke: Wer in Deutschland an Zwieback denkt, sieht den legendären Brandt-Kinderkopf vor sich. Es ist eines der bekanntesten Marken-Logos in der Geschichte der Bundesrepublik. Heute grinst er nicht nur von Zwieback-Packungen, sondern auch von unzähligen T-Shirts, Baseball-Kappen und Taschen.
In der Dokumentation von Peter Scharf gibt Carl-Jürgen Brandt dem Filmautor einen außergewöhnlich intimen Einblick in die Geschichte der Familie und das Unternehmen Brandt. Sehr persönliche Aufnahmen aus dem Privatarchiv der Familie machen die märchenhafte Erfolgsgeschichte lebendig. Und natürlich kommen in dem Film auch das aktuelle "Brandt-Kindergesicht" wie auch dessen Vorgänger zu Wort.
Ein Film von Peter Scharf | Redaktion: Christiane Hinz
Stand: 23.11.2012
- Zwieback - "Die Sendung mit der Maus" Christoph lernt, wie man Zwieback macht
- "Zwieback-Produktion in Ohrdruf ausgebaut" Der MDR zu 100 Jahre Brandt
- "Keine Feier ohne Omas Zwieback-Kuchen" Backen mit Zwieback in der Lokalzeit Münster
- Die Schnapsbrenner aus Steinhagen Internetseite zum ersten Teil von "Dynastien in NRW"
- Die Pilsbrauer aus Essen Internetseite zum zweiten Teil "Dynastien in NRW"
- Die Oetkers Internetseite zum dritten Teil "Dynastien in NRW"
- Die Printenkönige von Aachen Internetseite zum fünften Teil "Dynastien in NRW"
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