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Sendung vom 06. Dezember 2011
Die Haselnuss-Kinder
Es ist noch dunkel, wenn sich die 11-jährige Badegül und der 9-jährige Ayden die Hänge in der riesigen Haselnussplantage am Schwarzen Meer hoch quälen. Zehn Stunden täglich schuften die beiden in den dichten Büschen für einen Lohn von umgerechnet 15 Euro am Tag. Spät abends sinken sie völlig erschöpft in ihrer Massenunterkunft am Rande eines Flusses auf den Boden, wenn nicht der Regen das provisorische Zeltlager einfach wegschwemmt.
Wie kann das sein in einem Land, in dem Kinderarbeit offiziell verboten ist und dass der EU beitreten will, wollen die beiden WDR-WELTWEIT Autorinnen Rebecca Gudisch und Gönke Harms wissen? Sie sprechen mit den verantwortlichen Bauern, Zwischenhändlern, Exporteuren und Politikern. Alle kennen das Problem, aber keiner bekommt es in der Griff - ebenso wenig die deutschen Abnehmerfirmen wie Ferrero und andere, die am Ende der Lieferketten stehen und die das Problem seit geraumer Zeit kennen. Als Reaktion auf die Dreharbeiten haben sich Vertreter der Firma Ferrero mit den beiden Autorinnen Rebecca Gudisch und Gönke Harms getroffen und versprochen das Problem zur nächsten Ernte anzugehen.
Haselnüsse sind ein heiß umkämpfter Rohstoff.
Sie stecken in Schokolade, Nougat-Cremes oder Eis. Und Deutschland
ist weltweit der größte Abnehmer. Dreiviertel aller
Haselnüsse kommen aus einer einzigen Region in der
Türkei: Die Region um Ordu am Schwarzen Meer. Über
600.000 t jedes Jahr. Die Verlierer im Preiskampf sind die Bauern
und die kurdischen Wanderarbeiter. Jedes Jahr reisen 100.000e
Familien vom Süden an die Schwarzmeerküste, um dort auf
den Haselnussfeldern zu arbeiten. Damit die Arbeit sich
überhaupt lohnt, muss die ganze Familie mithelfen. Eine
eindringliche Reportage von Rebecca Gudisch und Gönke
Harms.
Redaktion: Birgit Virnich
Rebecca Gudisch und Gönke Harms
Stand: 16.09.2011
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