Die Heimkehrer
Alexej wagt Kasachstan
- Dienstag, 20. November 2012, 22.00 - 22.30 Uhr
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Als Alexej in den Flieger steigt, der ihn in seine alte Heimat nach Kasachstan bringen wird, ist ihm doch etwas mulmig zumute. Nur noch sechs Stunden trennen ihn von dem Land, in dem er seit 20 Jahren nicht mehr war: Kasachstan, ein Land im Zentrum Eurasiens mit seinen heißen Sommern und kalten Wintern von minus 50 Grad. Und nur noch sechs Stunden trennen ihn von den Verwandten, die er nur noch von Fotos kennt. Heute lebt er in Köln.„Was wird meine Familie sagen, wenn ich da einfach nach 20 Jahren vor der Tür stehe“, fragt sich Alexej. Der 28 Jährige macht sich auf zu seinen Wurzeln, in ein Land, das er nur aus Zeiten des Kommunismus kennt. Er will herausfinden, was aus Alexej geworden ist, der in seiner Kindheit sein bester Freund war und von dem er sich nie richtig verabschieden konnte.
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Wiedersehen nach 20 Jahren: Alexej und seine Cousine Lina, die ihm zur Begrüßung gegorene Stutenmilch mitgebracht hat.
„Meine Heimat ist Deutschland“, erzählt Alexej, „trotzdem bin ich stolz auf meine „multi-kulti“ Herkunft.“ Alexejs Mutter hat deutsche Wurzeln, sein Vater russische, geboren ist er in Kasachstan. Es war die Zeit des Umbruchs und der Unsicherheit in Kasachstan, als sich seine Eltern 1992 entschieden, nach Deutschland zu gehen - in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft - auch für Alexej. Heute ist er Moderator beim Campusradio in Köln. Er hat Medienwissenschaften studiert. Seine Herkunft finden viele seiner deutschen Freunde und Kollegen sehr exotisch. Über Kasachstan wissen sie nur wenig. Auch Alexej ist sich anfangs unsicher, ob er sich in dem Land überhaupt noch zurecht findet und ob seine schönen Kindheitserinnerungen nicht etwa einer kälteren Realität weichen müssen.
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Alexej wagt nicht nur Kasachstan, sondern auch den Ritt auf einem Steppenpferd.
Alexej wagt Kasachstan und erlebt ein Land, das nach dem Zerfall
der ehemaligen Sowjetunion von Gegensätzen geprägt ist.
Dort die schillernde neue Hauptstadt Astana mit ihren Prunkbauten
und futuristischen Wolkenkratzern, Sitz von Gas- und
Ölkonzernen. Auf der anderen Seite die unendlich wirkende
Steppe, in der die Viehzucht wieder eine Renaissance erlebt. Und
schließlich Alexejs Heimatstadt Temirtau, eine
Industriestadt, in der die Lebenserwartung immer noch geringer ist
als im Rest des Landes. Alexej trifft auf seine aufgeweckte Cousine
Lina, die ihn zunächst mit ihren modernen Lebenseinstellungen
überrascht. Und doch ist ihr Leben anders verlaufen als das
von Alexej. In Linas Leben stand immer die soziale Absicherung an
erster Stelle. „Sich selbst verwirklichen, so wie wir es
kennen, gibt es hier immer noch nicht“, meint Alexej.
Besonders klar wird ihm das, als er seinen alten Freund aus der
Kindheit wiedertrifft. Reporterin Gönke Harms begleitet
für die WDR-Weltweit-Reihe „Heimkehrer“
Alexej Getmann bei seiner spannenden Reise in die alte und neue
Heimat.
Eine Weltweit-Reportage von Gönke Harms
Redaktion: Birgit Virnich
Stand: 17.10.2012
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