Wirtschaftswunder und Kriegsheimkehrer

Wie Frauen die 50er Jahre erlebten

  • Dienstag, 13. November 2012, 22.30 - 23.10 Uhr
  • Samstag, 17. November 2012, 08.50 - 09.30 Uhr (Wdh.)

West ART-Wand

Für die Frauen war es ein Jahrzehnt der großen Herausforderungen: die 50er Jahre in Deutschland. Soeben noch hatten sie die Verantwortung für die ganze Familie übernehmen müssen, da kamen die Männer aus dem Krieg zurück und beanspruchten wieder ihren Platz als Familienoberhaupt. Die Frauen kehrten zurück an den Herd, viele empfanden aber für die Heimkehrer oft mehr Mitleid als Liebe. Unzählige Ehen gingen nach dem Krieg in die Brüche. Frauen, deren Männer nicht heimkehrten, traf ein anderes Schicksal. Als „Witwen“ wurden sie häufig gemieden, weil sie andere daran hinderten, die traumatischen Erlebnisse zu vergessen. Man wollte lieber nach vorne schauen, um nicht zurückschauen zu müssen.

Zwei Frauen im Badeanzug stehen an einem Seeufer neben ihrem Motorroller

Die Journalistin und Schriftstellerin Helga Hirsch hat nun ein Buch darüber geschrieben, wie Frauen die 50er Jahre erlebten. Sie beschreibt darin, wie wenig diese Jahre von „Wirtschaftswunder-Seligkeit“ geprägt waren, dafür aber von dem einen zentralen Gedanken: „Endlich wieder leben“.

Buchtipp

Helga Hirsch: Endlich wieder leben.
Die fünfziger Jahre im Rückblick von Frauen.
Siedler 2012, Preis: 19,99 Euro

Autor: Tim Evers


Stand: 12.11.2012, 15:32 Uhr