Rosemarie Trockel: "L'Arc de Triomphe"
Skulpturenpark Köln
- Dienstag, 31. Januar 2012, 23.10 - 23.15 Uhr
- Sonntag, 05. Februar 2012, 12.25 - 12.30 Uhr (Wdh.)
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Üppiger Baumbestand neben herausragender Stahlkunst: Das sind die Kennzeichen des Kölner Skulpturenparks. Und mittendrin ein Ensemble armseliger Atlaszedern. In geradezu menschlicher Lustlosigkeit lassen sie die Zweige hängen. Pflanzen, die kein Glück hatten? Eine Parodie auf die Perfektion barocker Parklandschaften?
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Imposant-ironischer Titel für die Zurschaustellung des Mangels: Rosemarie Trockels Werk "L’Arc de Triomphe"
"Die Zuwenignis"
Standort
Die Kölner Künstlerin Rosemarie Trockel hat ihr 2006
entstandenes Werk "L’Arc de Triomphe" genannt, ein
imposant-ironischer Titel für die Zurschaustellung des
Mangels, der erst im Untertitel „Die Zuwenignis“ seinen
poetischen Ausdruck findet.
Wie Teppichfransen neigen sich die kümmerlichen Zedernzweige
einem rätselhaften Metallstumpf zu, der aus dem Bogen ragt:
eine Skulptur aus Aluminium, geformt wie eine überdimensionale
Nase. Gehört sie zu einem märchenhaften Wesen, das in der
Erde ruht? Unablässig streicheln die immergrünen Nadeln
den obszön großen Riecher. Eine endlose Reizung ohne
Höhepunkt?
Eigentlich sind Bäume ein traditioneller Treffpunkt für
Liebespaare. Rosemarie Trockels schlapper Triumphbogen aber
verspricht den Liebenden kein Glück. Im Gegenteil: Er
führt die Unzulänglichkeit vor Augen. Hätte man
nicht mehr erwarten können? Eine Frage, die auch unsere
Ansprüche an Kunst und Künstler spiegelt.
Schließlich schreit der Kunstmarkt nach Spektakulärem.
Rosemarie Trockel aber zeigt nicht weniger als die Armseligkeit.
Absurd, beklemmend, großartig.
Autorin: Martina Müller
Stand: 14.01.2012, 10:20 Uhr
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