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Sendung vom 29. Januar 2012
Neonazis - sind wir auf dem rechten Auge blind?
Dass eine neonazistische Zelle in Deutschland über ein Jahrzehnt lang ungehindert morden konnte, sorgt für Empörung und Fassungslosigkeit. Neun Morde an Migranten sollen auf das Konto der Zwickauer Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) gehen. Immer neue, erschreckende Details sind in den vergangenen Monaten ans Licht gekommen. Doch es bleiben viele offene Fragen: Wie konnten die mutmaßlichen Täter trotz der vielen V-Leute in der Szene so lange unentdeckt bleiben? Ist der Staat auf dem rechten Auge blind? Was brächte ein Verbot der NDP?
Eines aber scheint sicher: Die braune Gefahr wurde unterschätzt. Nicht nur in Ost-, auch in Westdeutschland sind die Neonazis auf dem Vormarsch. Überall versuchen sie, vor allem Jugendliche für ihre militante und menschenverachtende Ideologie zu gewinnen. Und längst sind es nicht mehr nur Männer, die im rechten Milieu agieren. Immer öfter marschieren Frauen bei rechtsextremen Demonstrationen in der ersten Reihe mit. Seit Ende der 1990er Jahre gründen sie verstärkt eigene Organisationen und übernehmen politische Ämter. Ist unser Bild von den Glatzen in Springerstiefeln falsch? Ist die nette Mutter von nebenan, die sich in der Schule engagiert, gefährlicher, weil sie auf die sanfte Tour rechtes Gedankengut in die Gesellschaft einschleust? Wie sollen Eltern mit Kindern umgehen, die in die rechte Szene abdriften? Was bedeutet die Aufdeckung der Zwickauer Zelle für die Migranten hierzulande, was sagt das Unwort von den "Döner-Morden" über die Haltung in unserer Gesellschaft aus? Und welche Strategien helfen im Kampf gegen rechts? Darüber diskutiert Holger Noltze am 29. Januar bei West ART Talk mit seinen Gästen.
Stand: 25.01.2012
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