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27.05.2012

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Warum ist Chili so scharf?

Warum ist Chili so scharf?; Rechte: WDR

Chili, Peperoni und Paprika sind Nachtschattengewächse und gehören zur Gattung Capsicum. Das sind Pflanzen, die den Stoff Capsaicin enthalten. Dieser sorgt für die Schärfe. Trotzdem gibt es Unterschiede: Gemüsepaprika schmeckt mild, süß und saftig. Chili dagegen ist mit das Schärfste, was man essen kann.

Warum ist Chili so scharf?; Rechte: WDR
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Woher kommen die Unterschiede?

Ganz einfach: nicht jede Pflanze enthält gleich viel Capsaicin. Gemüsepaprika zum Beispiel ist durch Züchtung die Schärfe abhanden gekommen. Weil sie so wenig Capsaicin enthält, kann man sie gefahrlos essen. Chili dagegen enthält sehr viel Capsaicin. Und wer kennt ihn nicht, den brennenden Schmerz auf der Zunge! Der Mensch hat nämlich wie alle anderen Säugetiere auch Nerven auf der Zunge, die auf Capsaicin mit Schmerzsignalen reagieren. Am schärfsten schmecken bei der Chilischote die Stellen um die Kerne und die Kerne selbst.

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Wozu die Schärfe?

Die Chilipflanze braucht die Kerne zur Fortpflanzung. Säugetiere würden die Kerne zerkauen und verdauen. Dadurch wäre das Saatgut zerstört. Damit das nicht passiert, hat die Chilipflanze den Trick mit der Schärfe: Was auf der Zunge brennt, wird von Säugetieren natürlich gemieden.
Vögel allerdings können Chilischoten ohne Probleme fressen: bei ihnen brennt nichts auf der Zunge. Außerdem haben sie weder Zähne, um die Kerne zu zerbeißen, noch ist ihr Verdauungstrakt lang genug, um die Kerne zu verdauen. Damit kommt den Vögeln eine wichtige Aufgabe bei der Fortpflanzung der Chilischoten zu: überall, wo sie die Samen unverdaut wieder ausscheiden, kann eine neue Chilipflanze wachsen.

Warum ist Chili so scharf?; Rechte: WDR

Und wenn man doch mal auf eine Chilischote beißt?

Ganz wichtig ist: Wasser löscht zwar Feuer, aber gegen die brennende Chilischärfe hilft es nicht. Capsaicin ist nämlich nicht wasserlöslich. Es verbindet sich jedoch mit Fett: Deswegen greift man, wenn's im Mund brennt, lieber zu etwas Fettigem wie Fleisch oder Milch. Diese Lebensmittel putzen die Schärfe dann sozusagen einfach von der Zunge.

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Übrigens:

Die Schärfe von Chilis und anderen Früchten der Gattung Capsicum misst man mit den sogenannten Scoville-Einheiten. Diese Skala wurde 1912 vom amerikanischen Pharmakologen Wilbur L. Scoville entwickelt. Die Gemüsepaprika hat 0 Scoville-Einheiten. Peperoni schon 10 bis 500. Bei den Chilis wird es richtig scharf: Die "Red Savina", eine spezielle Sorte der Habanero-Chilis, kommt auf ca. 577.000 Scoville-Einheiten und steht damit sogar im Guinness Buch der Rekorde. Das sollte man lieber nicht essen!

© WDR 2012
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