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Wissen macht Ah!

KuriosAh!

Gebärdensprache

Daniel und Ralph; Rechte: WDR

Die Gebärdensprache ist eine Sprache, die ohne hörbare Wörter auskommt aber alles hat, was eine natürliche Sprache braucht. Sie wird von gehörlosen oder schwerhörigen Menschen erlernt und zur Verständigung genutzt, genau so, wie Hörende ihre Muttersprache erlernen und nutzen. Bei der Gebärdensprache werden nur eben keine Laute erlernt sondern eine Mischung aus Handbewegungen, Mimik, Mundbildern und Körperhaltung.

Daniel und Ralph; Rechte: WDR

Die Gebärdensprache ist sehr vielseitig:

Zunächst gibt es für einzelne Wörter jeweils eine bestimmte Gebärde. Außerdem gibt es aber auch ein Fingeralphabet als Hilfsmittel, bei dem jedem Buchstaben eine bestimmte Fingerhaltung zugeordnet ist. Das ist dann nützlich, wenn etwas noch keine eigene Gebärde hat wie Eigennamen oder nicht gebräuchliche Fremdwörter.

Die Gebärdensprache hat aber nicht nur Vokabeln sondern auch eine eigene Grammatik. Und all das unterscheidet sich wie bei Deutsch und Englisch je nach Land oder Dialekt. Ein amerikanischer Gehörloser kann sich mithilfe der Gebärdensprache also nicht auf Anhieb mit einem deutschen Gehörlosen austauschen, weil Vokabeln und Grammatik unterschiedlich sind. Das ist so ähnlich wie bei der Lautsprache. Die Gebärdensprache kann aber noch mehr: man kann mit einer einzigen Gebärde auch einen ganzen Satz ausdrücken, weil gleichzeitig so viele unterschiedliche Bedeutungen mitgeteilt werden.

Daniel ; Rechte: WDR

Ein Beispiel: Der Satz "Das Auto fährt schnell um die Kurve" ist mit einer einzigen ziemlich schnellen Gebärde ausgedrückt:

Erstens – die Handbewegung: Die flache, rechte Hand wird mit der Handfläche nach unten in einer schnellen Kurve angefangen von der rechten Körperseite/Höhe Brust vor dem Körper zur gegenüberliegenden Seite geführt. Die Information ist: Ein Fahrzeug, in dem ich nicht sitze, bewegt sich schnell um die Kurve.

Zweitens – die Mimik: Sie unterstützt dabei, die hohe Geschwindigkeit auszudrücken.

Drittens - die Mundform: Ohne lautliche Äußerung wird das Mundbild zu "Auto" geformt im Unterschied zum Beispiel zu "LKW". Führe ein LKW um die Kurve würde das Mundbild anders sein.

Daniel und Ralph; Rechte: WDR

Das ist bei der gesprochenen Sprache anders. Hier muss man alles, was man ausdrücken möchte, nacheinander sagen. Die Gebärdensprache hat da also eine zusätzliche Ebene. Auch Stimmungen kann man natürlich rüberbringen. Je nachdem wie heftig oder weich man die Gebärden macht, kann man ausdrücken, ob man grade sauer ist oder entspannt. Außerdem spielt auch hier der Gesichtsausdruck eine große Rolle.

Gebärdensprache kann man natürlich auch als Hörender lernen. Das ist dann so, als würde man eine Fremdsprache lernen. Man kann damit zum Beispiel Gebärdensprachdolmetscher werden, wie Daniel und seine Kollegen, die "Wissen macht Ah!" im webTV für Gehörlose übersetzen.

Daniel; Rechte: WDR
Daniel; Rechte: WDR
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Damit ihr mitreden äh… mitgebärden könnt, zeigt Daniel euch hier mal, wie man "Wissen macht Ah!" gebärdet:

 

Wissen – Zeigefinger der rechten Hand an die rechte Stirn legen und nach vorne und etwas nach oben wegbewegen

 

 

macht – beide Hände zu Fäusten ballen und mit der rechten von rechts nach links über die linke Faust streichen

 

 

Ah! - Daumen und Zeigefinger der rechten Hand zu einem Kreis formen, an euren Kehlkopf bringen und dann nach vorne wegbewegen. Dabei – so als würdet ihr Ah! sagen – den Mund öffnen.

Übrigens: Daniel ist Rechtshänder - es kann sein, dass Linkshändern alles mit der anderen Hand machen! Ah!

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