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Was ist ein Klischee?

Klischee; Rechte: WDR

"Frauen können nicht einparken und verstehen nichts von Technik! Männer weinen nicht und verstehen nichts von Hausarbeit! Kinder gehen überhaupt nicht gern zur Schule!" "Stimmt doch gar nicht!", sagt ihr!? Und ihr habt Recht, denn alle diese Aussagen sind Klischees.

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Das Wort Klischee leitet sich aus dem Französischen von cliché ab und das bedeutet Nachbildung oder auch Schablone. Der Begriff stammt nämlich aus der Drucktechnik. Die ersten Klischees entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts und bestanden aus Zink. Sie waren stempelartige Druckformen von speziellen Schriftzügen oder Motiven und wurden vor allem für den Druck von Büchern und Zeitungen benötigt. Man konnte sie, wie einen Stempel oder eine Schablone, beliebig oft verwenden.

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Aus dieser Vorstellung von einem Klischee als immer wieder verwendbarer Stempel, hat sich schließlich auch der Gebrauch des Begriffs in der Umgangssprache heraus entwickelt. Mit der Zeit wurde das Wort mehr und mehr im übertragenen Sinne verwendet, als Bezeichnung für eine abgedroschene, wiederholt verwendete Redensart oder Meinung. Im Deutschen benutzt man deshalb auch gerne die Begriffe "Schubladen- oder Schablonendenken" für klischeehafte Aussagen. Ähnlich einem Vorurteil, stimmt ein Klischee aber nicht unbedingt mit der Wirklichkeit überein. Denn meistens entsteht ein Klischee aufgrund einer Allerweltsmeinung, die viele Menschen geschlossen über eine bestimmte Personengruppe haben.

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Hier ein Beispiel dafür, wie Klischees entstehen können:

Anders als heute gab es vor einigen Jahrzehnten noch eine klare und klassische Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen. Frauen waren damals meistens diejenigen in der Familie, die Zuhause blieben und sich hauptsächlich um die Kindererziehung und Hausarbeit kümmerten. Dem gegenüber waren Männer meistens berufstätig und brachten das Geld nach Hause. Im Haushalt beschäftigten sie sich – wenn überhaupt – nur mit den nandwerklichen Dingen. Aufgrund solcher oder ähnlicher und häufig wiederkehrender Strukturen entstanden in der Gesellschaft bestimmte Meinungen und Aussagen, die man nur Männern oder Frauen zuschrieb. So etwa: "Frauen gehören hinter den Herd und verstehen nichts von Technik" oder "Männer verstehen nichts von Hausarbeit und Kindererziehung". Diese Aussagen beruhen aber - damals wie heute - nicht auf tatsächlichen Beweisen, sondern auf diesen Personen häufig zugeschriebenen Eigenschaften.

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Wenn man schließlich ein solches Klischee hat, ist das so, als würde man alle Frauen in eine gemeinsame Schublade und Männer in einer Andere stecken und trennen, wie Socken und Unterhosen. Dabei vergessen würde man aber, dass jeder Mensch eigene und unterschiedliche Fähigkeiten und Charaktereigenschaften besitzt, die häufig nichts mit einer Unterscheidung zwischen Mann und Frau zu tun haben. Denn natürlich gibt es auch Frauen, die sich wunderbar mit Technik auskennen und Männer die hervorragend kochen! Ah!

© WDR 2017
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