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Warum sagt man "Das geht auf keine Kuhhaut"?

Kuhhaut; Rechte: WDR

Stellt euch vor, ein Freund erzählt euch eine unglaubliche Geschichte nach der anderen. Er redet und redet und redet. Er hört gar nicht mehr auf. Irgendwann reicht es euch, und ihr sagt: "Hör auf! Du redest so viel, das geht ja auf keine Kuhhaut!"

Kuhhaut; Rechte: WDR

Das Sprichwort benutzt man also...

wenn man ausdrücken will, das einem etwas zu viel geworden ist. Wenn etwas den Rahmen sprengt, dann geht es auf keine Kuhhaut. Es passt einfach nicht. Aber was hat denn nun das Ganze mit einer Kuh zu tun? Warum nicht ein Pferd oder eine Katze?

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Ursprünglich kommt die Redensart aus dem Mittelalter. Damals waren die Menschen davon überzeugt, dass all ihre Sünden aufgeschrieben werden, damit nur ja keine vergessen wird. Am Tag des jüngsten Gerichts sollte dann anhand der Liste mit Sünden entschieden werden, ob man in den Himmel oder in die Hölle kommt. So glaubte man es jedenfalls. Je weiniger Sünden man zu Lebzeiten begangen hatte, desto besser würde man am Tag des Jüngsten Gerichts natürlich wegkommen.

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Derjenige, der die Sünden der Menschen aufschrieb, war niemand anderes als der Teufel höchstpersönlich. Er notierte die kleinen und großen Sünden der Beichtenden auf Pergament. Das wurde aus der Haut von Schafen, Ziegen und Kälbern hergestellt. Auch aus der Haut einer Kuh konnte man Pergament herstellen. Das Stück Pergament aus der Kuhhaut war dann im Verhältnis zu dem aus der Ziegenhaut viel größer. Und dennoch: wenn jemand schrecklich viel zu beichten hatte, passten all die Sünden eben nicht einmal auf eine Kuhhaut!

Übrigens: eine ausgewachsene Kuh ist ca. 2 Meter 50 lang, 1 Meter 50 hoch und 80 cm breit. Das macht also insgesamt ungefähr 4 Quadratmeter Kuhhaut. Da musste man schon ganz schon viel gesündigt haben…

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