

Die Händler im Mittelalter hatten es nicht immer leicht. Stellt Euch folgende Situation vor: Ein Händler möchte ein Stück Stoff an einen sehr groß gewachsenen Herren verkaufen. Er misst 5 Ellen ab. Das ist die Länge vom Ellenbogen bis zur Hand. Der große Herr beschuldigt ihn, nicht richtig gemessen zu haben, er selbst kommt beim Abmessen nämlich auf ein viel längeres Stück Stoff.


Früher hat man zur Abmessung von Dingen oft den Körper als Bezugspunkt genommen. Im vorliegenden Fall hat der Händler die Länge seiner Elle als Grundlage genommen, um 5 Ellen abzumessen. Die Elle des großen Herren war aber natürlich viel länger, und so fühlte der sich betrogen. Wird der Körper als Bezugspunkt für verschiedene Maße genommen, kommt es logischerweise zu großen Unterschieden. Eine Elle ist nämlich nicht immer gleich einer Elle. Deshalb hat man irgendwann beschlossen, Basiseinheiten zu definieren, die nicht mehr in Frage gestellt wurden, und die überall auf der Welt gleich sind. Sie sind deshalb sozusagen das Maß aller Dinge.


Aus diesen Maßeinheiten kann man alle anderen gebräuchlichen Maßeinheiten ableiten. Sie sind die Grundeinheiten, mit denen wir messen.
Wie lang ein Meter ist, wird zum Beispiel durch ein Lichtexperiment bestimmt. Ein Meter ist genau die Strecke, die das Licht in einer bestimmten Zeit zurücklegt. Diese Zeit ist natürlich sehr kurz, nur der Bruchteil einer Sekunde. Genauer gesagt ist eine Meter genau die Strecke, die das Licht in einer 299.792458stel Sekunde im luftleeren Raum zurücklegt. Weil das Licht auf der ganzen Welt gleich schnell ist, kann man so also immer genau einen Meter abmessen. Und niemand kann behaupten, dass ein Meter in Deutschland kürzer oder länger ist, als ein Meter in Australien.
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