

Ein kleines Rätsel: Ihr habt zwei Gläser und ein paar Strohhalme. Das eine Glas ist mit Wasser gefüllt. Wie bekommt ihr nun das Wasser vom einen Glas ins andere, ohne die Gläser zu bewegen?

Ganz einfach! Ihr baut einen Siphon. Für diejenigen unter euch, die dieses Wort noch nie gehört haben: Ein Siphon ist ein gebogenes Wasserabflussrohr, das sich unter Waschbecken, Duschtassen oder Badewannen befindet. Da in der Biegung immer etwas Wasser steht, verhindert der Siphon, dass Kanalisationsgerüche ins Haus dringen, das Wasser verschließt den Weg. Ein wirkungsvoller Geruchsschutz also. Aber wie kann man damit nun Wasser umfüllen?


Mithilfe der Strohhalme wird als erstes der Siphon gebaut. Um es besser erklären zu können, haben wir die Strohhalme in unserer Zeichnung farbig gemacht.
Ihr müsst zunächst alle drei Strohhalme an den langen Seiten ein Stück abschneiden (erst mal ungefähr soviel, dass beide Seiten hinter dem Knick im Strohhalm gleich lang sind). Dann müsst ihr die Strohhalme so ineinander schieben, dass eine Art verzerrtes "M" entsteht. Schiebt die Strohhalme einfach jeweils so weit in den anderen, dass euer Siphon folgende Kriterien erfüllt: Der Knick vom lila Strohhalm muss ein gutes Stück unterhalb des Knicks vom roten Strohhalm liegen, und der grüne Strohhalm muss so in den lila Strohhalm gesteckt werden, dass der Knick vom grünen Strohhalm tiefer ins Glas ragen kann als der Anfang vom lila Strohhalm. Die Verbindungsstellen könnt ihr nun noch mit etwas Klebeband abdichten.
Sowohl den kompletten lila Strohhalm als auch den grünen Strohhalm mitsamt der Knickstellen steckt ihr jetzt in das Glas mit Wasser. Der Knick des roten Strohhalms muss vom vollen hinüber ins leere Glas führen und so eine Art Wasserhahn bilden. Nach ein paar Sekunden müsste das Wasser durch den Siphon vom vollen ins leere Glas fließen. Unglaublich!


Sobald man den lila und den grünen Strohhalm unter Wasser drückt, steigt darin das Wasser hoch. Das tut es deshalb, weil das Wasser im Glas gerne überall den gleichen Wasserstand haben möchte, so auch im Strohhalm (der zunächst mit Luft gefüllt ist, wenn er eingetaucht wird). Es steigt also im lila Strohhalm an und läuft hinter dem Knick im lila Strohhalm herunter bin in den grünen Strohhalm. Da der Knick des grünen Strohhalms so weit unten liegt, hat das Wasser so viel Schwung bekommen, dass es nicht nur nach der Biegung im grünen Strohhalm wieder nach oben steigt, sondern auch noch im roten Strohhalm weiter hoch steigt und über den Knick im roten Strohhalm und danach ins leere Glas läuft. Läuft das Wasser einmal, entsteht im Strohhalm ein Unterdruck, der dafür sorgt, dass das Wasser am Eingang des lila Strohhalms eingesaugt wird. Da ständig Wasser aus dem roten Strohhalm austritt, wird im vollen Wasserglas auch permanent Wasser eingesaugt. Deshalb läuft das Wasser nun von alleine vom einem Glas ins andere.
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