Quimper – die charmante Hauptstadt des Finistère

  • Sonntag, 18. November 2012, 20.15 - 21.45 Uhr

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Auch bei schlechtem Wetter ein Vergnügen: Ein im Stadtbummel in Quimper.

Quimper ist das Zentrum der westlichen Bretagne und die Hauptstadt des Finistère. Hübsche Fachwerkhäuser und die typischen hellen Sandsteingebäude bestimmen das Bild der Altstadt.

Die gotische Kathedrale St. Corentin ist der Mittelpunkt der Altstadt von Quimper. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert. Quimper hat 60.000 Einwohner und ist die Partnerstadt von Remscheid in Nordrheinwestfalen.



Der Laden von La Belle Iloise, Fischkonserven ganz appetitlich.

Direkt gegenüber der Kathedrale von Quimper befindet sich der Laden der südbretonischen Fischkonservenfabrik La Belle Iloise. Fischkonserven haben in der Bretagne Tradition. Die Fischindustrie war und ist für die Bretagne eine wichtige Einkommensquelle. Einst kam mit der Fischindustrie der Wohlstand in die Bretagne und noch heute ist Fisch in Dosen beliebt wie eh und je.



Typisch bretonische Musik findet man bei Keltia Musik in Quimper.

Quimper ist auch das Zentrum der bretonischen Musik und der Musikladen Keltia der 'Hotspot'. Bretonische Musikinstrumente gibt’s hier und die wichtigsten CDs. Die Bretagne hat eine sehr lebendige Musikszene, die durchaus Anschluss an die zeitgenössische Musik hat und in der Weltmusik von einiger Bedeutung ist.



Danserien Kemper

Traditionelle Musik hat in der Bretagne ein großes Publikum. Vor allem junge Leute beleben die Traditionen und bringen Tanz und Musik voran. Quimper ist auch hierfür ein wichtiges Zentrum. Eine der angesehensten Tanzgruppen ist die Gruppe: 'Danserien Kemper'.



Die Folkloregruppe Danserien Kemper auf der Bühne.

Sie tanzen, singen und arbeiten zusammen an den traditionellen Kostümen. Alle haben dafür das Sticken, Nähen und Häkeln gelernt. Auch die jungen Männer.



Die Mitglieder von Danserien Kemper: Sticken und Nähen für die Tanzkunst.

Auch Kinder und Jugendliche kommen regelmäßig zu den Proben und üben fleißig die alten Tänze und Lieder. Begleitet werden die Tänzer von einer Bagad, so nennt man die Musikgruppen die die klassischen Weisen der bretonischen Musik neu arrangieren und neue Stücke komponieren.



Marc Bertrand spielt die Bombarde, das klassische bretonische Musikinstrument aus der Familie der Oboen.

Die bretonische Sprache

Das Bretonische ist eine indo-europäische Sprache, wie das Deutsche, das Spanische, das Französische oder das Englische. Eine Sprache keltischer Abstammung, die von der britischen Insel kommt, aus dem heutigen Großbritannien. Fulup Jakez ist Sprachwissenschaftler und Sprachforscher. Er leitet ein Insitut, dessen Ziel es ist, die bretonische Sprache zu pflegen und wieder zu etablieren.



Tamina Kallert im Gespräch mit dem Sprachforscher Fulup Jakez.

Die Sprache ist uralt. Zuvor sprach man in der Bretagne das Gallische. Seit 1.500 Jahren wird Bretonisch gesprochen. Zeitweise war das Bretonische fast ausgestorben. Der Sprachforscher erklärt die Hintergründe: "In Frankreich sollte nur eine Sprache gesprochen werden: Französisch. Die anderen Sprachen, die auf dem Gebiet Frankreichs gesprochen wurden marginalisiert und aus dem Öffentlichen Raum ausgegrenzt (…)".
Das Bretonische wird heutzutage vor allem von Älteren jenseits der 60 noch gesprochen und neuerdings wieder von den Jungen unter 20 Jahren. Es gibt in der Bretagne ein paar zweisprachige Schulen und eine Welle der Rückbesinnung auf die alte Sprache.



Der Hafen von Guilvinec.

Hafen von Guilvinec

Guilvinec lebt von der Fischerei. Der kleine 3.000 Einwohner zählende Ort hat einen der wichtigsten Fischereihäfen der Bretagne. Jeden Nachmittag kommen die Fischerboote in Scharen in den Hafen um ihren Fang zu löschen. Das ist das Ereignis des Tages hier. Täglich kommen die Zuschauer, Einheimische wie Feriengäste, und staunen jedes mal von Neuem, wenn die Beute der Fischer aus den Schiffsbäuchen kommt.
Die meisten Fischer kommen nach einem Arbeitstag auf See zurück, einige sind auch länger unterwegs.



Einfahrt der Fischereiflotte in Guilvinec.

In der Versteigerungshalle herrscht dann während der Woche täglich Hochbetrieb. Im Sekundentakt kommen die frischen Fische aufs Band und werden von den Händlern begutachtet und ausgewählt. Per Knopfdruck auf den Scanner geht der Kauf in Windeseile vonstatten.



Frischer Fisch täglich im Angebot: die Versteigerungshalle von Guilvinec.

Aber nicht nur Käufer sind in der Versteigerungshalle willkommen, für Besucher werden interessante Führungen angeboten.



Täglich finden in der Fischhalle von Guilvinec Besucherführungen statt.

Autorin: Ulrike Bartels


Stand: 18.11.2012



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