Industriemuseen

  • Sonntag, 25. November 2012, 20.15 - 21.45 Uhr

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Wülfing-Museum Dahlerau

1996 schloss mit „Johann Wülfing & Sohn“ die letzte große Tuchfabrik im Tal der Wupper. Das Unternehmen wurde etwa 300 Jahre zuvor im Ort Lennep gegründet. Die Unternehmer zogen aber wegen der Wupper und der Wasserkraft nach Dahlerau. Es entstand eine große Fabrik mit Werkswohnungen für die Arbeiter und Angestellten. Verglichen mit anderen Firmen kümmerten sich die Besitzer von „Johann Wülfing & Sohn“ mit großem sozialen Feingefühl um ihre Mitarbeiter. Es gab Toiletten, Gemüsegärten und für die Kinder einen Kindergarten. Nach der Schließung standen die bis zu 160 Jahre alten Gebäude erst einmal leer, jetzt ist ein Teil der Fabrik in städtischem Besitz, ein Teil wurde an private Investoren verkauft.



Historische Dampfmaschine in einem Museumsraum

Auch die Existenz des Wülfing-Museums ist einer privaten Initiative zu verdanken. Inmitten dieses Industriedenkmals von europäischem Rang zeigt das Museum Textilgeschichte an der Wupper. Zu sehen gibt es außer historischen Webstühlen die größte Dampfmaschine des Bergischen Landes, sie stammt aus dem Jahre 1891 und war 70 Jahre in Betrieb.



Wipperkotten

Idyllischer kann man sich einen Schleifkotten kaum vorstellen. An der Mündung des Weinsberger Baches in die Wupper arbeiten die letzten Solinger Schleifer auch heute noch mit Wasserkraft. Der Wipperkotten ist der einzige noch erhaltene Schleifkotten an der Wupper. Der zum Fluss gelegene Teil des Kottens wurde nach 1945 zu einem Atelier umgebaut, im kleineren Außenkotten arbeiten bis heute die Schleifer. Ihnen und ihrer idealistischen Haltung ist zu verdanken, dass die Anlage erhalten werden konnte.

Nach dem letzten Krieg pflegten und warteten die Schleifer das Wasserrad, die Wassergräben und die Transmissionsanlage. Die Schleifer waren lange Zeit die wichtigsten Denkmalschützer. Dennoch fanden sie sich gegenüber den Behörden immer wieder in der Rolle lästiger Bittsteller, berichten sie in einer Informationsschrift. Mittlerweile haben sich die Zeiten allerdings geändert und der Wert alter Industrieanlagen wie dem Wipperkotten wird heute auch von offizieller Seite gesehen.



Zwei Fachwerkhäuser an einem Fluss im Wald

Autor: Ralf Gierkes


Stand: 25.11.2012




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