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WDR-Intendantin Monika Piel und Deutsche Welle-Intendant Erik Bettermann haben sich heute auf einer Konferenz in Bonn dafür ausgesprochen, die Normalität der Einwanderungsgesellschaft verstärkt im Programm abzubilden. „Unser Publikum hat heute viele kulturelle Wurzeln. Wir haben es mit Medienkonsumenten zu tun, die völlig unterschiedliche Bedürfnisse an Massenmedien haben. Als Medienmacher sind wir mehr denn je gefordert, diese gesellschaftliche Realität abzubilden und mit zu gestalten. Mit einem qualitativ hochwertigen Programm, das alle anspricht und dabei auch für Orientierung sorgt“, sagte Piel heute bei der Konferenz „Programm für alle! Die Einwanderungsgesellschaft in den Medien“, die gemeinsam von WDR, Deutscher Welle, CIVIS Medienstiftung und PHOENIX veranstaltet wird. Medien sollten die Realität nicht schönreden, die Einwanderungsgesellschaft sei nicht frei von Konflikten. Es gehe auch darum, „die facettenreiche Lebenswirklichkeit unserer Gesellschaft und unseres Publikums darzustellen“, so Piel weiter.
Deutsche Welle-Intendant Erik Bettermann sagte: „Der Dialog der Kulturen muss sich heute in allen deutschen Medien wiederfinden, thematisch wie personell. Das setzt voraus, dass in den Redaktionen die entsprechende interkulturelle Kompetenz aufgebaut wird. Hier bestehen oft noch zu große Defizite, hier sind die Verantwortlichen in Sendern und Verlagen gefordert.“ Der deutsche Auslandsrundfunk sei „ ein Mikrokosmos der Weltgesellschaft, in dem Angehörige der verschiedensten Nationalitäten, Religionen und Überzeugungen gemeinsam an einem hochwertigen Produkt arbeiten“. Intendant Bettermann lud die Medienschaffenden in Deutschland ein, sich der Expertise der Deutschen Welle zu bedienen. „Ob Redaktionskontakte oder Kooperationen mit der DW-AKADEMIE – von einem Austausch profitieren alle Beteiligten.“
Monika Piel bedauerte, dass sich die Massenmedien beim Thema Integration seit dem 11. September 2001 verstärkt auf den Islam in Zusammenhang mit Terrorismus oder anderen problem-beladenen Themenfeldern konzentrierten. Eine Untersuchung über die Informationsangebote des WDR-Fernsehens habe jedoch gezeigt, dass eine einseitige Berichterstattung hier nicht stattfinde. „Die meisten Beiträge zeigen Protagonisten mit ausländischen Wurzeln in ganz alltäglichen Situationen“, so Piel. Der WDR setze sich zudem seit über 20 Jahren intensiv für kulturelle Vielfalt und Integration ein, u.a. mit seinem Engagement beim europäischen CIVIS Medienpreis. Piel hob auch die Deutsche Welle hervor, die sich „eine umfangreiche interkulturelle Programm-Kompetenz“ erarbeitet habe.
In Bonn diskutieren derzeit gut 160 Programmmacherinnen und Programmmacher, Produzentinnen und Produzenten anhand konkreter Programmbeispiele über die Rolle der Einwanderungsgesellschaft in den Medien.
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