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Pressemitteilung
17.09.2009, 11.45Uhr
Veranstaltungen

WDR Hörwelten + NRW Hörspielforum 2009: Radiofestival lädt zu Open-Air-Radio, Live-Inszenierungen und Kinderhörspieltag

WDR Hörwelten + NRW Hörspielforum 2009, Rechte: WDR/Dirk Borm
WDR Hörwelten + NRW Hörspielforum 2009  Bild vergrößern

Zum vierten Mal präsentiert das Radiofestival „WDR Hörwelten“ in Köln, was Radio zu bieten hat: Hör-Kunst, kunstvoll gemachte journalistische Beiträge und jede Menge kindgerechte Programme sind vom 25. bis 27. September im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz zu erleben. Live-Inszenierungen, 5.1-Surroundsound-Experimente, interaktive Lesungen, Open-Air-Radio, der lange Kinderhörspieltag und vieles mehr lädt zum Zuhören und Zuschauen, zum Miterleben und Mitreden ein. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Eng verzahnt mit dem Festival ist in diesem Jahr erstmals das „NRW Hörspielforum“. Veranstaltet von der Filmstiftung NRW, öffnet die Arbeitskonferenz für junge Hörspiel-Macherinnen und -Macher bei ihrer 15. Ausgabe zum ersten Mal die Pforten für die Besucher der „WDR Hörwelten“ und somit für die breite Öffentlichkeit: Unter dem Motto „Die Kultur Parallaxe: Untergang/Aufstieg? – Betrachtungen zur Zukunft des Radios“ gehen Radiomacher und Medienkritiker, Politiker und Theoretiker in einer Vortrags- und Diskussionsreihe der Frage nach, wie es um die Zukunft der Radiokulturprogramme unter dem Diktat des Sparens aussieht. Mitreden und -diskutieren ist auch hier dringend erwünscht!

Hörspiele und Hörspielmacher
Egal ob Unterhaltung oder Ernstes: Die „WDR Hörwelten“ zeigen die ganze Bandbreite dessen, was das Hörspiel aktuell zu bieten hat. Das fängt mit dem Live-Hörspiel „Marlov und die Leiche“ von David Zane Mairowitz an, einer irrwitzigen Kriminalgeschichte rund um einen russischen Privatdetektiv, mit der am Freitag, 25. September, um 20 Uhr das Festival eröffnet wird – und ist mit Ulrich Lands begehbarem Kammerhörspiel „Wassily im Klangcontainer“, in dem Festivalbesucher Hörspiel als interaktives Surroundsound-Gesamtkunstwerk erleben können, noch lange nicht zu Ende. Denn am Samstag, 26. September, werden von 15 bis 18 Uhr die spannendsten Ausschnitte aus der zehnteiligen Hörspielfassung von Ken Folletts Mittelalter-Epos „Die Tore der Welt“ präsentiert – live und open air auf dem Wallrafplatz!

Wie ein Hörspiel entsteht, können Festivalbesucher, ebenfalls am Samstag, beim Tag des offenen Studios erleben. Von 12 bis 18 Uhr gibt es Führungen durch das Hörspielstudio 3 des WDR, bei denen anschaulich vorgeführt wird, wie Hörspiele gemacht werden. Dieses Angebot ist bereits ausgebucht.

Schauspielerin Irina Wanka, Rechte: WDR/S. Anneck
Schauspielerin Irina Wanka  Bild vergrößern

Features, Gespräche, Literatur und Musik

Was die journalistische Königsdisziplin im Radio, das Feature, zu bieten hat, illustriert exemplarisch Martina Schultes Dokumentation der Migrationsgeschichte einer äthiopischen Großfamilie, deren Mitglieder über den halben Globus verstreut sind. Erstmals, noch vor der Sendung im Radio, sind „Bonga Boys – Global Village Stories“ und ein Making of des Features am Freitag, 25. September, ab 21.15 Uhr zu hören. Dem folgt ein Radioerlebnis der anderen Art: Ab 23 Uhr erläutert der Übersetzer, Schriftsteller und Journalist Jochen Schmidt sein ganz spezielles Verhältnis zu Marcel Proust, das vom Thema eines Blogs zum Thema seines Buches ‚‚Schmidt liest Proust’’ geworden ist. Elektronische Musik, live gemischt, mit satten Bässen und gerader Bassdrum gibt’s danach ab Mitternacht für Liebhaber der blauen Stunde unter dem Titel „Konzert: Das blaue Monster“.

Skala der Emotionen, eine interaktive, sechsstündige Dauerlesung gehört zur breiten Angebotspalette des Festivals am Samstag: Mit welchem Gefühl soll das WDR Sprecherensemble ausgewählte Texte vortragen – mit Wut, Trauer oder Freude? Der Zuschauer entscheidet über die emotionale Tonlage des Vortrags. Eine breite Skala unterschiedlicher Meinungen bietet sich abends, von 18 bis 19.30 Uhr, in einer Spezialausgabe der WDR 3-Literatursendung „Gutenbergs Welt“ unter dem Titel „Spielräume“. Darin debattieren der Schriftsteller Ilija Trojanow, der Bundesminister a. D. Heiner Geißler, die Schriftstellerin Dagmar Leupold und der Journalist Andreas Platthaus über die Gestaltungsspielräume der Wähler in einer Demokratie. Diese Veranstaltung kann man als Videostream live im Internet miterleben. www.hoerwelten.wdr.de

Vortragsreihe „Die Kultur Parallaxe: Untergang/Aufstieg? – Betrachtungen zur Zukunft des Radios“
Stoff für Diskussionen bieten am Samstag, 26. September, außerdem verschiedene Vorträge hochkarätiger Referenten, die sich im Rahmen des „NRW Hörspielforum“ mit der Zukunft des Radios beschäftigen. Den Anfang macht am Samstag um 11.30 Uhr der NRW-Kultur-Staatssekretär Hans Heinrich Grosse-Brockhoff mit dem Vortrag „Ohne Kultur ist das Radio tot – über Kulturprogramme und Programmkultur im Radio“. Unter dem Titel „Herunterdemokratisiert – Zum kulturellen Angebot der Rundfunksender“ bietet C. Bernd Sucher, Leiter des Aufbaustudiengangs Theater-, Film- und Fernsehkritik an der Bayerischen Theaterakademie August Everding, ab 14.30 Uhr seine – polemisch eingefärbte – Sicht der Dinge, und um 20 Uhr beschließt Gerhart Baum, Bundesinnenminister a. D. und Vorsitzender des NRW-Kulturrats, die Reihe der öffentlichen Vorträge. Sein Thema: „Der Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“.

Kinder, Rechte: WDR/S. Anneck
Kinderhörspieltag : Der Sonntag, gehört den Kindern  Bild vergrößern

Kinderhörspieltag

Der letzte Tag der „WDR Hörwelten“, der Sonntag, gehört ganz den Kindern. Im Studio 3 geht es um 11 Uhr los mit der Hörspieladaption von Christine Nöstlingers Kinderbuch „Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse“. Einen englischen Kinderbuchklassiker in Hörspielform gibt es ab 12 Uhr zu hören: Geboten wird dann der erste Teil der Hörspielfassung von Kenneth Grahames Roman „Der Wind in den Weiden“ in der Übersetzung von Harry Rowohlt. Immer fröhlich und guter Dinge sind die Menschen in dem kleinen Städtchen Kardemomme. Ob das so bleibt, als sie von drei Räubern heimgesucht werden, erzählt ab 13 Uhr das Hörspiel „Die Räuber von Kardemomme“. Großes wird ab 13.40 Uhr im Klaus-von-Bismarck-Saal geboten: Unter dem Titel „Die Abenteuer des Don Kid’schote“ wird live eine etwas andere Version des Romanklassikers von Miguel de Cervantes in Szene gesetzt. Die Musik für das diesjährige Live-Kinderhörspiel liefert das Landesjugendjazzorchester NRW.

Den Abschluss des Kinderhörspieltages bildet der erste Teil des vierteiligen Hörspiels „Wiedersehen mit Herrn Bello“, entstanden nach dem gleichnamigen Roman von Paul Maar. Auf der Empore im Funkhaus gibt es außerdem das Hörspiel „Wie man unsterblich wird“ zu hören. Die WDR-Produktion über einen elfjährigen Jungen, der an Leukämie erkrankt ist, wurde kürzlich mit dem Monats- und Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Das ist längst noch nicht alles, denn beim Kinderhörspieltag des WDR darf die WDR 5-Kindersendung „Bärenbude“ keinesfalls fehlen. Von 11 bis 15.30 Uhr bringt die bärenstarke Bärenbande die Bude zum Wackeln – und der Ohrenbär ist bei der Festival-Ausgabe der Sendung im Kleinen Sendesaal des WDR auch dabei.

Und noch ein Klassiker zeigt sich beim Festival in neuem Gewand: „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ ist im begehbaren Klangcontainer im 5.1-Surroundsound zu erleben. Erstmals ausgestrahlt wird die sechsteilige Neuproduktion des Michael-Ende-Romans ab November bei WDR 5.


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