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VeranstaltungenZum vierten Mal präsentiert das Radiofestival „WDR Hörwelten“ in
Köln, was Radio zu bieten hat: Hör-Kunst, kunstvoll gemachte
journalistische Beiträge und jede Menge kindgerechte Programme sind
vom 25. bis 27. September im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz zu
erleben. Live-Inszenierungen, 5.1-Surroundsound-Experimente,
interaktive Lesungen, Open-Air-Radio, der lange Kinderhörspieltag
und vieles mehr lädt zum Zuhören und Zuschauen, zum Miterleben und
Mitreden ein. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Eng verzahnt mit dem Festival ist in diesem Jahr erstmals das „NRW
Hörspielforum“. Veranstaltet von der Filmstiftung NRW, öffnet die
Arbeitskonferenz für junge Hörspiel-Macherinnen und -Macher bei
ihrer 15. Ausgabe zum ersten Mal die Pforten für die Besucher der
„WDR Hörwelten“ und somit für die breite Öffentlichkeit: Unter dem
Motto „Die Kultur Parallaxe: Untergang/Aufstieg? – Betrachtungen
zur Zukunft des Radios“ gehen Radiomacher und Medienkritiker,
Politiker und Theoretiker in einer Vortrags- und Diskussionsreihe
der Frage nach, wie es um die Zukunft der Radiokulturprogramme
unter dem Diktat des Sparens aussieht. Mitreden und -diskutieren
ist auch hier dringend erwünscht!
Hörspiele und Hörspielmacher
Egal ob Unterhaltung oder Ernstes: Die „WDR Hörwelten“ zeigen die
ganze Bandbreite dessen, was das Hörspiel aktuell zu bieten hat.
Das fängt mit dem Live-Hörspiel „Marlov und die Leiche“ von David
Zane Mairowitz an, einer irrwitzigen Kriminalgeschichte rund um
einen russischen Privatdetektiv, mit der am Freitag, 25. September,
um 20 Uhr das Festival eröffnet wird – und ist mit Ulrich Lands
begehbarem Kammerhörspiel „Wassily im Klangcontainer“, in dem
Festivalbesucher Hörspiel als interaktives
Surroundsound-Gesamtkunstwerk erleben können, noch lange nicht zu
Ende. Denn am Samstag, 26. September, werden von 15 bis 18 Uhr die
spannendsten Ausschnitte aus der zehnteiligen Hörspielfassung von
Ken Folletts Mittelalter-Epos „Die Tore der Welt“ präsentiert –
live und open air auf dem Wallrafplatz!
Wie ein Hörspiel entsteht, können Festivalbesucher, ebenfalls am
Samstag, beim Tag des offenen Studios erleben. Von 12 bis 18 Uhr
gibt es Führungen durch das Hörspielstudio 3 des WDR, bei denen
anschaulich vorgeführt wird, wie Hörspiele gemacht werden. Dieses
Angebot ist bereits ausgebucht.
Was die journalistische Königsdisziplin im Radio, das Feature,
zu bieten hat, illustriert exemplarisch Martina Schultes
Dokumentation der Migrationsgeschichte einer äthiopischen
Großfamilie, deren Mitglieder über den halben Globus verstreut
sind. Erstmals, noch vor der Sendung im Radio, sind „Bonga Boys –
Global Village Stories“ und ein Making of des Features am Freitag,
25. September, ab 21.15 Uhr zu hören. Dem folgt ein Radioerlebnis
der anderen Art: Ab 23 Uhr erläutert der Übersetzer, Schriftsteller
und Journalist Jochen Schmidt sein ganz spezielles Verhältnis zu
Marcel Proust, das vom Thema eines Blogs zum Thema seines Buches
‚‚Schmidt liest Proust’’ geworden ist. Elektronische Musik, live
gemischt, mit satten Bässen und gerader Bassdrum gibt’s danach ab
Mitternacht für Liebhaber der blauen Stunde unter dem Titel
„Konzert: Das blaue Monster“.
Skala der Emotionen, eine interaktive, sechsstündige Dauerlesung
gehört zur breiten Angebotspalette des Festivals am Samstag: Mit
welchem Gefühl soll das WDR Sprecherensemble ausgewählte Texte
vortragen – mit Wut, Trauer oder Freude? Der Zuschauer entscheidet
über die emotionale Tonlage des Vortrags. Eine breite Skala
unterschiedlicher Meinungen bietet sich abends, von 18 bis 19.30
Uhr, in einer Spezialausgabe der WDR 3-Literatursendung „Gutenbergs
Welt“ unter dem Titel „Spielräume“. Darin debattieren der
Schriftsteller Ilija Trojanow, der Bundesminister a. D. Heiner
Geißler, die Schriftstellerin Dagmar Leupold und der Journalist
Andreas Platthaus über die Gestaltungsspielräume der Wähler in
einer Demokratie. Diese Veranstaltung kann man als Videostream live
im Internet miterleben. www.hoerwelten.wdr.de
Vortragsreihe „Die Kultur Parallaxe: Untergang/Aufstieg? –
Betrachtungen zur Zukunft des Radios“
Stoff für Diskussionen bieten am Samstag, 26. September, außerdem
verschiedene Vorträge hochkarätiger Referenten, die sich im Rahmen
des „NRW Hörspielforum“ mit der Zukunft des Radios beschäftigen.
Den Anfang macht am Samstag um 11.30 Uhr der
NRW-Kultur-Staatssekretär Hans Heinrich Grosse-Brockhoff mit dem
Vortrag „Ohne Kultur ist das Radio tot – über Kulturprogramme und
Programmkultur im Radio“. Unter dem Titel „Herunterdemokratisiert –
Zum kulturellen Angebot der Rundfunksender“ bietet C. Bernd Sucher,
Leiter des Aufbaustudiengangs Theater-, Film- und Fernsehkritik an
der Bayerischen Theaterakademie August Everding, ab 14.30 Uhr seine
– polemisch eingefärbte – Sicht der Dinge, und um 20 Uhr beschließt
Gerhart Baum, Bundesinnenminister a. D. und Vorsitzender des
NRW-Kulturrats, die Reihe der öffentlichen Vorträge. Sein Thema:
„Der Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“.
Der letzte Tag der „WDR Hörwelten“, der Sonntag, gehört ganz den
Kindern. Im Studio 3 geht es um 11 Uhr los mit der Hörspieladaption
von Christine Nöstlingers Kinderbuch „Konrad oder Das Kind aus der
Konservenbüchse“. Einen englischen Kinderbuchklassiker in
Hörspielform gibt es ab 12 Uhr zu hören: Geboten wird dann der
erste Teil der Hörspielfassung von Kenneth Grahames Roman „Der Wind
in den Weiden“ in der Übersetzung von Harry Rowohlt. Immer fröhlich
und guter Dinge sind die Menschen in dem kleinen Städtchen
Kardemomme. Ob das so bleibt, als sie von drei Räubern heimgesucht
werden, erzählt ab 13 Uhr das Hörspiel „Die Räuber von Kardemomme“.
Großes wird ab 13.40 Uhr im Klaus-von-Bismarck-Saal geboten: Unter
dem Titel „Die Abenteuer des Don Kid’schote“ wird live eine etwas
andere Version des Romanklassikers von Miguel de Cervantes in Szene
gesetzt. Die Musik für das diesjährige Live-Kinderhörspiel liefert
das Landesjugendjazzorchester NRW.
Den Abschluss des Kinderhörspieltages bildet der erste Teil des
vierteiligen Hörspiels „Wiedersehen mit Herrn Bello“, entstanden
nach dem gleichnamigen Roman von Paul Maar. Auf der Empore im
Funkhaus gibt es außerdem das Hörspiel „Wie man unsterblich wird“
zu hören. Die WDR-Produktion über einen elfjährigen Jungen, der an
Leukämie erkrankt ist, wurde kürzlich mit dem Monats- und
Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik
ausgezeichnet.
Das ist längst noch nicht alles, denn beim Kinderhörspieltag des
WDR darf die WDR 5-Kindersendung „Bärenbude“ keinesfalls fehlen.
Von 11 bis 15.30 Uhr bringt die bärenstarke Bärenbande die Bude zum
Wackeln – und der Ohrenbär ist bei der Festival-Ausgabe der Sendung
im Kleinen Sendesaal des WDR auch dabei.
Und noch ein Klassiker zeigt sich beim Festival in neuem Gewand:
„Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ ist im begehbaren
Klangcontainer im 5.1-Surroundsound zu erleben. Erstmals
ausgestrahlt wird die sechsteilige Neuproduktion des
Michael-Ende-Romans ab November bei WDR 5.
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