URL: "http://www.wdr.de/unternehmen/presselounge/programmhinweise/hoerfunk/2008/04/20080403_wdr5_neug_feature_missbrauch.phtml"
Sie befinden sich hier: WDR.de > Unternehmen > Presse

Radio
Von Maike Mackerodt
Laut polizeilicher Kriminalstatistik werden in Deutschland jedes Jahr etwa 20.000 Menschen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angezeigt. Die Dunkelziffer liegt – wie so oft – bedeutend höher, bei geschätzt 50.000 bis 300.000 Fällen jährlich. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 sind dem National Child Abuse und Neglect Data System des amerikanischen Department of Health 2,99 Millionen Verdachtsfälle gemeldet worden, von denen allerdings nur 877.959 einer Überprüfung standhielten. Und da deutet sich schon das Problem an: Wenn erst einmal die Polizei vor der Tür steht und schwere Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen bis dahin unbescholtenen Familienvater erhebt, dann beginnt für diese Männer ein wahrer Alptraum: Da es sich um ein so genanntes Vier-Augen-Delikt handelt, ist es für einen falsch Beschuldigten nahezu unmöglich, das Gegenteil zu beweisen. „Es gibt eine hohe Zahl von offensichtlichen Falschanzeigen“, sagt der Düsseldorfer Strafverteidiger Rüdiger Deckers. Wenn der Staatsanwalt aber erst einmal Anklage erhebe, sei die Gefahr hoch, dass diese Männer verurteilt würden. Denn die Richter glaubten sehr häufig den Behauptungen der Opfer, sogar wenn die Fakten eine völlig andere Sprache sprächen, bestätigt auch die Fachanwältin Gabrielle Jansen.
Redaktion Vera Dreckmann
Durchsuchen Sie unsere Pressemitteilungen und Programmhinweise