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Sonntag, 27.05.2012

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Organisation

Gleichstellungsbeauftragte

Gleichstellung im WDR – seit über 30 Jahren ein Unternehmensziel

Mit der Frauengruppe im WDR fing 1977 alles an. Ein Jahr später gab es die erste Untersuchung über "Die Situation der Mitarbeiterinnen im WDR", die dem damaligen Intendanten Friedrich Wilhelm von Sell vorgelegt wurde. Daraus entstand ein Zielpapier, dessen Umsetzung mit der Geschäftsleitung verhandelt werden musste. 1989 war der WDR die erste Landesrundfunkanstalt, bei der eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte berufen wurde und ein Frauenförderplan in Kraft trat. Damit wurde das Unternehmensziel festgeschrieben, dass Frauen und Männer in allen beruflichen Bereichen, Vergütungsgruppen und auf allen hierarchischen Ebenen gleiche Chancen haben sollen.

Der Frauenförderplan

Im November 2011 trat die vierte Fortschreibung des Frauenförderplans in Kraft. Seit 2002 ist dies alle drei Jahre gemäß den Vorgaben im Landesgleichstellungsgesetz NRW (LGG NRW) vorzusehen. Außerdem ist seither jährlich ein Bericht zur Umsetzung des Frauenförderplans zu erstellen. Verschiedene Maßnahmen helfen die aktive Gleichstellung voran zu bringen, um noch bestehende Benachteiligungen abzubauen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Beschäftigten zu verbessern. Inhalte sind unter anderem:

  • Die Sprache interner Regelwerke,  im dienstlichen Schriftverkehr und in Publikationen der Öffentlichkeitsarbeit trägt der Gleichstellung von Frauen und Männern Rechnung.
  • Stellenausschreibungen sind geschlechtsneutral zu formulieren und auf offene oder versteckte Benachteiligungen von Frauen, insbesondere bei den Qualifikationsanforderungen, zu überprüfen.
    Wenn Auswahlkommissionen gebildet werden, sollen Frauen und Männer vertreten sein, z.B. zur Auswahl von Auszubildenden, sowie zur Besetzung offener Stellen.
  • Für die Teilnahme an Förderungsmaßnahmen für Führungskräfte werden gezielt Frauen angesprochen und bevorzugt berücksichtigt, sofern sie die Kriterien erfüllen. Des Weiteren sind in Fortbildungsmaßnahmen für Führungskräfte Fragestellungen zur Gleichstellung integriert.
  • Der WDR bemüht sich verstärkt um das Interesse von Mädchen und jungen Frauen für technische Berufe.
  • Regelungen zur Arbeitszeit und Teilzeit sollen es Beschäftigen erleichtern, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Dies bezieht sich sowohl auf Familien mit Kindern als auch auf pflegebedürftige Angehörige einschließlich Lebenspartnerschaften. Der Wiedereinstieg in den Beruf soll durch Informationen über Teilzeitarbeitsplätze und Fortbildungsmaßnahmen erleichtert werden.
  • Der WDR ist bestrebt, seine Angebote zur Kinderbetreuung stetig zu verbessern. Zu der seit 1991 bestehenden Kindertagesstätte kam 2008 eine zweite hinzu, so dass inzwischen 80 Plätze für Kinder ab 2 Jahren bereitgestellt werden können. Ein Angebot zur Betreuung von Kindern unter 2 Jahren mit 10 Ganztagsplätzen startete im August 2009. Eine vierte Einrichtung zur Kinderbetreuung ist in Vorbereitung, um die Plätze für unter 2-Jährige zu erweitern.

Die Gleichstellungsbeauftragte

Am 1. Juli 2005 berief der damalige Intendant, Fritz Pleitgen, die derzeitige hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte, Wilhelmine Piter. Sie gewährleistet die Einhaltung der im Frauenförderplan verankerten Maßnahmen und Zielsetzungen. Sie unterstützt die Verwirklichung der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Zusammenarbeit mit allen zuständigen Bereichen innerhalb des Unternehmens. Sie legt jährlich den Gleichstellungsbericht vor, der den federführend erstellten Bericht zur Umsetzung des Frauenförderplans beinhaltet. Der Bericht wird sodann dem Direktorium zugeleitet. Zudem wird der Rundfunkrat über den Sachstand informiert.

Die Zukunft

Ein nach wie vor langfristiges Ziel der Gleichstellungsbeauftragten ist die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. 2010 sind Frauen mit 36,9 Prozent in Positionen im oberen Drittel des Vergütungsgefüges vertreten. Die jährliche Steigerungsrate liegt aber unter einem Prozent. Daher werden unterstützende Maßnahmen fortgesetzt, z.B. ein Seminar insbesondere für Frauen, um diese auf Führungsaufgaben vorzubereiten. Des Weiteren wird ein Konzept für ein Mentoring-Programm erprobt.

Ein weiteres längerfristiges Vorhaben ist die Erhöhung des Frauenanteils im technischen Bereich, u.a. in Ingenieurberufen, aber auch in Ausbildungsberufen wie Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung und Systemintegration. Möglichkeiten für Praktika, Traineeprogramme, sowie Diplomarbeiten insbesondere für Studentinnen technischer Studiengänge sollen ebenfalls unterstützend wirken. Mit der Beteiligung des WDR am Girls´ Day sollen Einblicke in technische Berufe bei jungen Frauen Interesse wecken mit dem Ziel, dass diese ihre Berufswahl erweitern.

Viel ist noch zu tun, doch einiges ist im Wandel. Im April 2007 kam nach 60 Jahren männlicher Leitung die erste Intendantin an die Spitze des WDR. 2011 hat die ARD mit der Intendantin des WDR erstmals eine Vorsitzende berufen. Das Thema Gleichstellung wird weiterhin ein wichtiges Unternehmensziel bleiben, um die Chancengelichheit im Beruf für Frauen und Männer voranzubringen.

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Telefax 0221 220-8643


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