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Gleichstellungsbeauftragte
Mit der Frauengruppe im WDR fing 1977 alles an. Ein Jahr später gab es die erste Untersuchung über "Die Situation der Mitarbeiterinnen im WDR", die dem damaligen Intendanten Friedrich Wilhelm von Sell vorgelegt wurde. Daraus entstand ein Zielpapier, dessen Umsetzung mit der Geschäftsleitung verhandelt werden musste. 1989 war der WDR die erste Landesrundfunkanstalt, bei der eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte berufen wurde und ein Frauenförderplan in Kraft trat. Damit wurde das Unternehmensziel festgeschrieben, dass Frauen und Männer in allen beruflichen Bereichen, Vergütungsgruppen und auf allen hierarchischen Ebenen gleiche Chancen haben sollen.
Im November 2011 trat die vierte Fortschreibung des Frauenförderplans in Kraft. Seit 2002 ist dies alle drei Jahre gemäß den Vorgaben im Landesgleichstellungsgesetz NRW (LGG NRW) vorzusehen. Außerdem ist seither jährlich ein Bericht zur Umsetzung des Frauenförderplans zu erstellen. Verschiedene Maßnahmen helfen die aktive Gleichstellung voran zu bringen, um noch bestehende Benachteiligungen abzubauen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Beschäftigten zu verbessern. Inhalte sind unter anderem:
Am 1. Juli 2005 berief der damalige Intendant, Fritz Pleitgen, die derzeitige hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte, Wilhelmine Piter. Sie gewährleistet die Einhaltung der im Frauenförderplan verankerten Maßnahmen und Zielsetzungen. Sie unterstützt die Verwirklichung der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Zusammenarbeit mit allen zuständigen Bereichen innerhalb des Unternehmens. Sie legt jährlich den Gleichstellungsbericht vor, der den federführend erstellten Bericht zur Umsetzung des Frauenförderplans beinhaltet. Der Bericht wird sodann dem Direktorium zugeleitet. Zudem wird der Rundfunkrat über den Sachstand informiert.
Ein nach wie vor langfristiges Ziel der Gleichstellungsbeauftragten ist die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. 2010 sind Frauen mit 36,9 Prozent in Positionen im oberen Drittel des Vergütungsgefüges vertreten. Die jährliche Steigerungsrate liegt aber unter einem Prozent. Daher werden unterstützende Maßnahmen fortgesetzt, z.B. ein Seminar insbesondere für Frauen, um diese auf Führungsaufgaben vorzubereiten. Des Weiteren wird ein Konzept für ein Mentoring-Programm erprobt.
Ein weiteres längerfristiges Vorhaben ist die Erhöhung des Frauenanteils im technischen Bereich, u.a. in Ingenieurberufen, aber auch in Ausbildungsberufen wie Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung und Systemintegration. Möglichkeiten für Praktika, Traineeprogramme, sowie Diplomarbeiten insbesondere für Studentinnen technischer Studiengänge sollen ebenfalls unterstützend wirken. Mit der Beteiligung des WDR am Girls´ Day sollen Einblicke in technische Berufe bei jungen Frauen Interesse wecken mit dem Ziel, dass diese ihre Berufswahl erweitern.
Viel ist noch zu tun, doch einiges ist im Wandel. Im April 2007 kam nach 60 Jahren männlicher Leitung die erste Intendantin an die Spitze des WDR. 2011 hat die ARD mit der Intendantin des WDR erstmals eine Vorsitzende berufen. Das Thema Gleichstellung wird weiterhin ein wichtiges Unternehmensziel bleiben, um die Chancengelichheit im Beruf für Frauen und Männer voranzubringen.