Freitag, 11. Mai 2012
WDR-dok
Ein Film über das kulturelle Phänomen der "Beatlemania", das vor über 40 Jahren auch die Sowjetunion erfasste. Polizisten ergriffen langhaarige Jugendliche auf den Straßen und schnitten ihnen die Haare ab. Auch die Musik der Beatles war verboten, die Gruppe erhielt nie die Erlaubnis, in der Sowjetunion aufzutreten. Dennoch wuchs ihre Popularität unaufhörlich. Unzählige Bands entstanden, die sich wie die Beatles kleideten und ihre Musik spielten. Im ganzen Land kursierten Radiomitschnitte von Radio Luxemburg, die auf dem Schwarzmarkt gehandelt wurden.
Trotz oder gerade wegen des harten Vorgehens der Obrigkeit übten die Beatles einen großen Einfluss auf die Gesellschaft und die Haltung der Menschen aus: Millionen junger Leute wurden durch sie zu glühenden Befürwortern der westlichen Kultur und gingen emotional auf Distanz zum Sowjetsystem. So bereiteten die Beatles den kulturellen Weg für den Fall der Berliner Mauer. "Die Beatles und ihre Lieder haben die Herzen von Millionen junger Menschen berührt und sie auf das, was später passieren sollte, vorbereitet. Es gibt kein anderes westliches Phänomen mit einem solch tiefgreifenden Einfluss auf die inneren Angelegenheiten der Sowjetunion, die den Jugendlichen nichts vergleichbares zu bieten hatte", resümiert Art Troitzki, Russlands führender Rockjournalist. Die lange russische Liebesaffäre mit den Beatles fand im Sommer 2003 ihre Erfüllung: Paul McCartney spielte auf dem Roten Platz in Moskau vor 100.000 Menschen, viele von ihnen in Tränen aufgelöst.
Der Film ist eine persönliche Reise des renommierten britischen Filmemachers Leslie Woodhead durch mehrere Länder der ehemaligen Sowjetunion. Über die Auswirkungen der Beatles auf ihr Leben erzählen unter anderem "Russlands ultimativer Beatles Fan" Kolja Vasin, die gefeierten Rockmusiker Boris Grebenschikow und Sascha Lipnitzki, der "Beatlemania" - Buchautor Juri Peljuschonok und Russlands stellvertretender Ministerpräsident Sergej Iwanow. Letzterer meint sich zu erinnern, er habe anhand der Beatles-Songs Englisch gelernt.
Film von: Leslie Woodhead
(SWR-Übernahme)
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Themen: Geschichte, Kultur/Religion, Politik/Wirtschaft
11. auf den 12. Mai 2012, ab 0.15 Uhr, WDR Fernsehen
Vor 50 Jahren am 6. Juli 1957 trafen sich bei einem kleinen Sommerfest der Kirchengemeinde von Woolton im Süden von Liverpool zwei Teenager: John Lennon und Paul McCartney. Wenige Wochen später findet die nächste schicksalhafte Begegnung im einem Club "The Casbah" statt.
Wenn man über die Beatles redet, kommt man an Superlativen kaum vorbei. Noch immer sind sie die Gruppe mit den meisten verkauften Platten weltweit (1,3 Milliarden) und mit den meisten Nr. 1-Singles (22 allein in den USA). Laut John Lennon waren sie populärer als Jesus, nach Ansicht vieler Musikkritiker begnadeter als Beethoven. Als erste Boyband der Popgeschichte sorgten sie bei den Fans für nie dagewesene Begeisterungsstürme. Geboren in Liverpool, stammten alle vier aus armen Verhältnissen – doch auf ihrem Weg in den Musik-Olymp scheint ihnen das sogar geholfen zu haben.
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