Freitag, 3. August 2012
WDR-dok
Wirtschaftswunder und Fünfjahresplan, Bill Haley und der Lipsischritt, rebellierende Halbstarke und die FDJ, das sind die aufbrausenden Bilder im Kopf, wenn wir an die 50er Jahre im Westen und im Osten Deutschlands denken.
Die Protagonisten der Reihe sind Privatpersonen, die mit ihrer persönlichen Geschichte die Veränderungen in zehn dramatischen Jahren erzählen. Die Hauptfiguren Rosa Brock, Peter Süss, Dirk Kuhl, Gisela Heller, Dorothea Steinkirchner, das Ehepaar Oppermann und Jakob Horowitz führen den Zuschauer durch das - ihr - Jahrzehnt.
Die spannenden, informativen, unterhaltsamen und berührenden Erzählungen ermöglichen den Zuschauern eine interessante Reise in die Vergangenheit.
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Unsere 50er Jahre - Teil 3: Sehnsucht nach Freiheit
Anfang 1953 beginnt es in der DDR zu brodeln. Materiell kann das Land mit der Bundesrepublik nicht mithalten, Demokratie und Pressefreiheit haben sich als leere Phrasen erwiesen. Am 17. Juni rebelliert das Volk.
Gisela Heller arbeitet als junge Journalistin beim Radio in Berlin. Der 17. Juni erschüttert das Weltbild der glühenden Sozialistin. Sie muss sich entscheiden: Für das rebellierende Volk - oder für den Sozialismus.
Der Aufstand erreicht auch Halle. Dort wartet Rose Brock auf die Rückkehr ihres Vaters. Der sitzt aus politischen Gründen im Gefängnis, in Bautzen. Der 17. Juni macht ihr Hoffnung - doch dann kommen die sowjetischen Panzer.
Manfred Körtgen lebt in Aachen, in einem katholischen Kinderheim. Die Eltern haben sich getrennt, die Mutter will mit einem anderen Mann ein neues Leben beginnen. Im Heim regieren die Nonnen, ohne jede Ausbildung. Die Strafen für kleinste Vergehen sind hart, Prügel an der Tagesordnung.
Unsere 50er Jahre - Teil 4: Licht und Schatten
Mitte der 50er Jahre richtet man sich in Deutschland ein. Der Krieg scheint vergessen, die Nazi-Diktatur ein böser, vergangener Spuk. Im Westen hat man Grund zum jubeln: Die Nationalmannschaft wird Weltmeister, die Wirtschaft boomt, wir sind wieder wer.
Jakob Horowitz lässt die Vergangenheit nicht ruhen. Er hat den Holocaust überlebt und in Israel eine neue Heimat gefunden. Nach Deutschland will er nie wieder zurück. Doch dann wird er krank - und in Israel kann man ihm nicht helfen.
Der Vater von Rose Brock sitzt aus politischen Gründen im Gefängnis. Die Mutter hält die Familie in Halle seit Jahren allein über Wasser, doch die letzten Jahre haben sie ausgelaugt. Der Ärger mit den Behörden, die ständige Angst, der dauernde Kampf ums Überleben. Ihr scheint nur eine Alternative zu bleiben: Der Westen.
Die Brüder Parpalioni aus Westfalen sind Schausteller und ziehen von Jahrmarkt zu Jahrmarkt. Mit ihrer Berg- und Talbahn haben sie vor allem bei den Jugendlichen Erfolg, denn sie spielen Rock'n'Roll und Boogie Woogie - bis die Behörden die Musik verbieten.
6-teiliger Film von: Jan Schütte, Thomas Kufus
Erstsendung ARD: November/Dezember 2005
Die weiteren Folgen der Reihe:
Teil 1 und 2: Freitag, 27. Juli 2012, ab 23.15 Uhr
Teil 5 und 6: Freitag, 3. August 2012, ab 23.15 Uhr
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Themen: Geschichte, Politik/Wirtschaft
Von Rudolf Großkopff
Eichborn, November 2005
ISBN: 3-821-85620-3
Das Begleitbuch erzählt nicht nur die Lebensgeschichten der Zeitzeugen aus Ost und West, sondern macht deutlich, wie die "große" Geschichte Schicksale und Lebensläufe von Menschen bestimmt. Rudolf Großkopff verknüpft persönliche Erlebnisse und typische Erfahrungen mit umfassendem Hintergrundwissen zur Zeitgeschichte.
Am Anfang des Jahrzehnts ist Deutschland eine Trümmerwüste, am Ende die führende europäische Wirtschaftsnation: In den 50er Jahren ereignet sich Geschichte im Zeitraffer. Es ist ein Jahrzehnt der Widersprüche - im Osten Marx, im Westen Coca-Cola; in Städten und Fabriken wird aufgebaut, in Gesellschaft und Familie sehnt man sich nach der guten alten Zeit. Was damals alles passierte, als die Republik noch jung war, das erfahren Sie in unserer Zeitreise.
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