Montag, 2. Juli 2012
Plan B: Reportage
Die Kinderarbeiter Boliviens wollen schulkompatible Arbeitszeiten, einen gerechten Lohn und faire Arbeitsbedingungen. Sie sagen: "Die Verbote helfen uns nicht. Zuerst sollten die Erwachsenen den Hunger und die Armut verbieten und danach die Kinderarbeit."
Das Geld der kleinen Schuhputzer, Verkäuferinnen, Küchenhilfen und Mechaniker ist im ärmsten Land Südamerikas für viele Familien überlebenswichtig aber illegal, genauso wie die Kinderarbeiter. Doch wer illegal ist, der hat auch keine Rechte, über den können die Arbeitgeber folgenlos verfügen. Damit sich das ändert, haben die Kinder eine Gewerkschaft gegründet: UNATSBO, die Union der arbeitenden Kinder und Jugendlichen. Es sind schon Tausende. Und ihr Ziel kommt näher: Als einziges Land der Welt hat Bolivien das explizite Verbot von Kinderarbeit aus seiner Verfassung gestrichen. Stattdessen heißt es da nun im Text: "Die Ausbeutung von Kindern ist verboten". Jetzt geht es darum, das auch in die Tat umzusetzen.
1Live-Reporterin Elisabeth Weydt trifft die kleinen Revolutionäre. Sie sitzt in den Gewerkschaftsversammlungen zwischen den Schuhputzern und ihren Schuhputzerboxen und beobachtet, wie die Kinder und Jugendlichen den Rest der Welt von ihrer Idee überzeugen wollen. Sie geht mit zum Unterricht in die Schule, steigt in eine Silbermine und trifft aber auch Erwachsene: Politiker und NGO-Leute. Von denen will sie wissen: "Soll man Kinderarbeit wirklich legalisieren?"
Reporterin: Elisabeth Weydt
Moderation: Till Haase
Redaktion: Maike Wüllner
Themen: Länder/Völker, Politik/Wirtschaft
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