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Sie befinden sich hier: WDR.deWDR Wissen Natur/Umwelt Landung des Mars-Rovers "Curiosity"

Mars-Rover erforscht roten Planeten

"Curiosity" auf dem Mars

Von Kirsten Rulf

Der Mars-Rover "Curiosity" der NASA hat ein Experiment des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums in Köln mit an Bord. Die Forscher wollen mit ihrem Messgerät eines der letzten großen Abenteuer erforschen: Wann und wie können Menschen auf dem Mars landen?

Günther Reitz in seinem Büro; Rechte:WDR/Kirsten Rulf

Dr. Günther Reitz

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Günther Reitz beschreibt seine Arbeit meistens schlicht und sachlich. Nach über 40 Jahren Forscherkarriere beeindruckt den 63-jährige Physiker kaum noch etwas: Als Student flog schon sein erstes Experiment 1972 mit den Astronauten von Apollo 16 zum Mond. Es war damals das erste europäische Experiment überhaupt, das die amerikanische Raumfahrtagentur NASA auf einem ihrer Raumflüge akzeptierte. "Das war schon was!" nickt der Kölner Wissenschaftler. Seitdem bringt ihn so leicht nichts mehr aus der Ruhe.

Aber wenn Günther Reitz von dem spricht, was sich am frühen Montagmorgen (06.08.2012) um sieben Uhr Millionen Kilometer weit weg von seinem Büro in Köln-Porz abspielen wird, dann merkt man ihm doch an, dass er aufgeregt ist. Dann lacht, lächelt und gestikuliert er. "Der Mars – das ist ein absolutes Highlight! Der Höhepunkt einer Forscherkarriere – und ein toller Abschluss meines Forschens", gibt er zu.


Wichtige Vorbereitung zur Mars-Landung von Astronauten

Ein Modell des Mars-Rovers

Mars-Rovers "Curiosity"

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Seit Ende November 2011 schon rast sein Kölner Experiment mit dem ferngesteuerten Fahrzeug "Curiosity", zu Deutsch "Neugierde", durchs All. 576 Millionen Kilometer hat es zurückgelegt. Das Ziel von "Curiosity" ist der Mars. Die Aufgabe des fast autogroßen Rovers ist es, auf dem Roten Planeten zu landen und die Marsoberfläche mit Kameras zu beobachten. Er soll sich mit einem Bohrer in den Boden des Roten Planeten vorarbeiten, um die Zusammensetzung der Boden- und Felsproben zu bestimmen. Eines der wichtigsten Experimente aber ist das Kölner Strahlungsmessgerät RAD (Radiation Assessment Detector). Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum hat es unter Leitung von Günther Reitz gemeinsam mit der Uni Kiel entwickelt und gebaut. Das RAD misst zwei Jahre lang die kosmische Strahlung auf dem Mars.

"Es ist das erste Mal, dass dort auf der Mars-Oberfläche solche Strahlung gemessen wird", erklärt Günther Reitz. Die Daten sind wichtig, um zu bestimmen, wie viel Strahlenbelastung auf Astronauten zukommen würde, die eines Tages auf dem Mars landen. Dass eine Marslandung das visionäre Ziel seiner Arbeit ist, da ist Reitz ganz klar: "Die Erforschung des Sonnensystems sollte irgendwann auch einmal seine Besiedelung zur Folge haben, auch wenn wir uns das jetzt noch nicht vorstellen können", meint er und grinst: "Am Ende wollen wir Forscher doch am liebsten selbst die Mars-Steine aufsammeln." Eine Mond-Basis fände der Physiker auch nicht schlecht. Auch dazu könnten seine Erkenntnisse aus der "Curiosity"-Mission nützlich sein. Dazu muss die aber erst einmal gelingen.


Zur Landung Public Viewing auf dem New Yorker Times Square

Die NASA hat große Hoffnungen, dass der Rover wie geplant heil auf der Marsoberfläche landen wird, auch wenn es ein wilder und komplizierter Landeanflug werden wird. Den erklärt sie Raumfahrt-Fans und Wissenschaftlern in einem spektakulären Internet-Video. Die NASA überträgt die Landung außerdem live auf Großbildleinwänden auf dem New Yorker Times Square. Günther Reitz will vielleicht mit einer Tasse Kaffee im Büro den Datenstrom vom Mars verfolgen.

"Wenn etwas schief geht, können wir eh nichts mehr tun", sagt er. "Die Daten, die wir in dem Moment empfangen können bis zu zwanzig Minuten unterwegs sein. Es ist also alles schon passiert." Aber selbst wenn Curiosity den Aufschlag auf dem Mars nicht übersteht: Reitz und sein Team können sich jetzt schon freuen. Ihre Mission ist nämlich bereits ein Erfolg. "Wir hatten außerplanmäßig schon auf dem Flug durchs All sieben Monate lang die Gelegenheit, die kosmische Strahlung zu messen", erzählt Physiker Reitz stolz. Der Datensatz reiche, um die Wissenschaftler gut zwei Jahre zu beschäftigen. "Diese Daten sind fast einzigartig. Denn in den vergangenen Jahrzehnten gab es kaum eine handvoll Messungen der Strahlung im interplanetaren Raum. Darüber wissen wir also noch sehr wenig." Man merkt es ihm an: Reitz freut sich auf die neuen Erkenntnisse. Zu recht: Das Stückchen Köln auf dem Roten Planeten könnte der Raumfahrt schließlich viele neue Möglichkeiten eröffnen.






Kommentare 

Bisherige Beiträge

nachdenker vor 42 Woche(n)
Die Entwicklung der beiden ersten Atombomben hat in den 40 er Jahren ca. 2 Milliarden Dollar gekostet. (Manhattanprojekt). Da finde ich das Geld für die Marsmission wesentlich besser eingesetzt.
Wolfgang vor 42 Woche(n)
8 Monate durch das Weltall gerauscht und immer noch keinen Gott gesehen. Das ist die Wahrheit.
terg vor 43 Woche(n)
Tevlon oder Telfon - egal, allein dafür haben sich die Milliarden gelohnt. Hätten wir auch sonst nicht hinbekommen.
terf vor 43 Woche(n)
"Die Menschheit" wird alles daran setzen müssen, den eigenen Saftladen in Ordnung zu bringen. Es muss uns schon sehr viel besser gehen als derzeit, um alleine schon den Shuttle-Linienverkehr zu unterhalten (für die kleinst-denkbare Infrastruktur dutzende Ver-und Entsorgungskapseln ständig unterwegs). Die heilige "Marsmission" ist sündhaft teure Spielerei, womit immerhin ganz viele Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen. Wir werden irgendwann dort Roboter zum Fußballspielen gegeneinander antreten lassen, mit 20 Minuten Verzögerung live übertragen; dann auch richtige Roboter-Soldaten Schürfrechte erkämpfen lassen, um echt originale Mars-Bodenschätze zu importieren - wenn nicht vorher zu Versuchszwecken der komplette Bruderplanet in handliche Teile gesprengt wird. Man sollte die Weltraumfahrt halbwegs intelligenten Affen übertragen, immerhin verfügen diese über grundlegende Instinkte, ihre Art zu erhalten.
Volkmann vor 43 Woche(n)
Wissenschaft, Forschungs- und Entdeckerdrang, Abenteuer- und Pioniergeist wird vor dem Weltraum nicht halt machen. Konkrete Wirtschaftliche und Politische Interessen nicht weniger. Bis es praktisch soweit ist werden xxx Jahre vergehen und ungeheure Summen verschlungen. Dass es dabei Unfälle, Rückschläge und Katastrophen geben wird, ist zu erwarten und nicht wenige werden den Preis mit ihrem Leben bezahlen. Doch wird die Entwicklung und dieser Prozess nicht aufzuhalten sein.
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