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Was wurde aus den WDR-Klimarettern?

Von Heizdisziplin und Rückfällen

Sie badeten nicht mehr warm, fuhren Rad statt Auto und froren auch schonmal zu Hause: Sechs Familien hatten sich vor zwei Jahren bei einem Klima-Marathon gemessen. Sie sparten viel Energie und Geld. Und heute? Ein Rückblick mit Hausbesuch.

Familie Ervens-Conrads beim Start 2007; Rechte:WDR/Nellissen

Familie Ervens-Conrads

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Familie Ervens-Conrads aus Stolberg bei Aachen zum Beispiel konnte im Marathon-Jahr die Energiekosten um 40 Prozent senken. "Wir haben das geschafft, indem wir unser Leben teilweise umgestellt haben", erzählt Petra Conrads. Sie bauten doppelt verglaste Fenster ein, knipsten überflüssiges Licht aus, fuhren öfter mit dem Fahrrad und drehten vor allem die Heizung herunter. Auch in diesem Winter ist nur ein Zimmer im Haus Ervens-Conrads wohlige 20 Grad warm, das Wohnzimmer. Morgens, wenn die zweifache Mutter allein ist, lässt sie die Heizungen komplett auf 16 Grad - "dann muss man schon einen Fleece-Pulli anziehen".


Von vielen Leuten hat sie schon gehört, dass sie keine Lust hätten, zu Hause zu frieren. Aber Petra Conrads ist überzeugt davon, dass das Klima nur gerettet werden kann, wenn sich "der Mensch an sich" ändert. "Man muss im Kleinen anfangen", sagt sie. Und so geht es im Hause Ervens-Conrads auch nach dem Marathon-Jahr weiter mit dem strikten Energiesparen.

Familie Schoch beim Start 2007; Rechte:WDR/Nellissen

Familie Schoch

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Die Heizung wird wieder aufgedreht

"Nö, muss nicht sein", meint dagegen Kersten Schoch aus Oberhausen. Im Marathon-Jahr hat sie mit einer Raumtemperatur von 19 Grad gelebt und sich "nach drei Wochen Frieren" endlich daran gewöhnt. In diesem Jahr drehte sie schon an kalten Oktobertagen die Heizung auf, auch wenn ihr Mann zuerst dagegen protestierte.


Guido Schoch weiß, dass er damals durch Tipps vom Energieberater richtig Geld gespart hat: 150 Euro beim Gas, 100 beim Strom, 650 Euro durch umweltschonendere Fahrweise mit dem Auto. Geistig sei er immer noch im Marathon, sagt er. Viele Dinge habe seine Familie im Alltag übernommen: etwa Duschen statt Baden, Stoßlüften, Licht ausknipsen. Nur der Kühlschrank stehe wieder länger offen als nötig, muss Mutter Kersten Schoch zugeben - und es müssten eben nicht nur 19 Grad sein.

Familie Klein beim Start 2007; Rechte:WDR/Nellissen

Familie Klein

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Radfahren sparte 900 Euro

Allein 900 Euro hatte Familie Klein, die in Herzogenrath lebt, gespart, weil Vater Ingo seltener mit dem Auto zur Arbeit gefahren war. Die sieben Kilometer hin und zurück machten enorm viel aus. Und heute? "Wir sind bei mehreren Sachen rückfällig geworden", sagt Ingo Klein, der aus Bequemlichkeit wieder mehr das Auto als das Rad benutzt. Zu 100 Prozent hätten sie die gute Sparquote nicht halten können. Immerhin sei aber der Stromverbrauch heute nahezu identisch mit dem Verbrauch im Marathon-Jahr. Eine neue Solaranlage auf dem Dach senkt die Energiekosten des Haushalts. Jetzt soll noch besser gedämmt werden, aber dafür muss erstmal "das nötige Kleingeld her", meint der Hausbesitzer.


In der Familie Klein haben auch die zwei Kinder die Energiespartipps verinnerlicht. Die fünfjährige Lisa ermahnt Mama und Papa zum Beispiel, das Licht nicht brennen zu lassen, und achtet selbst darauf, dass sie beim Zähneputzen nicht das Wasser laufen lässt.

Spielregeln des Klima-Marathons

Alle Familien hatten im Marathon-Jahr 2008 kompetenten Beistand. Berater der Energieagentur NRW rechneten nicht nur deren Energieverbrauch aus, sondern gaben auch Ratschläge. Über die Leistungen von jeweils zwei Familien berichteten die Radiowellen WDR 2, WDR 5 und Funkhaus Europa sowie Cosmo TV im WDR Fernsehen. Jeder Haushalt hatte vom WDR 3.000 Euro erhalten, um in Energiesparmaßnahmen zu investieren - ganz individuell. Ziel war, im Alltag möglichst viel CO2 einzusparen, ein ganzes Jahr lang.


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Stand: 14.12.2009, 10:00 Uhr


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