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Diesjährige Preisträger des Innovationspreises NRW stehen fest

Können wir Monitore bald aufrollen?

Eine 30-jährige Nachwuchsforscherin, die Biokraftstoffe aus Holz entwickelt, ein Wissenschaftler, der Monitore zum Aufrollen realisiert, und ein Professor, der Leben rettet - das sind die diesjährigen Preisträger des NRW-Innovationspreises.

Regina Palkovits; Rechte:Presseservice NRW

Nachwuchsforscherin Palkovits

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Es sind unscheinbare Pflanzenreste wie Stroh und Holz, auf die Regina Palkovits ihre wissenschaftlichen Ambitionen setzt. Die diesjährige Preisträgerin des nordrhein-westfälischen Innovationspreises (Kategorie Nachwuchs) will daraus neuartige Biokraftstoffe entwickeln. Da die Nutzung von Biomasse als Energiequelle heute jedoch in vielen Fällen unter einer negativen Energiebilanz leidet, widmet sich die an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen tätige Professorin vor allem der Entwicklung von Katalysatoren. Diese sollen für mehr Energieeffizienz sorgen und damit beispielsweise die Umwandlung von Biomasse in Kraftstoff erleichtern.


„Die Forschungsergebnisse von Frau Dr. Palkovits weisen den Weg in eine Zukunft nachhaltiger Energieversorgung“, so die Begründung der Jury zur Verleihung des Innovationspreises an die 30-jährige Nachwuchsforscherin. Palkovits’ Forschungen gelten als vielversprechend – vor allem weil sie sich mit der so genannten Lignocellulose beschäftigt, einem Holzinhaltsstoff. "Mit den Ergebnissen ihrer Forschung könnte es in Zukunft möglich sein, Cellulose wesentlich effizienter in kleinste Bestandteile zu zerlegen. Aus einfachen Sägespänen könnte beispielsweise Treibstoff für unsere Autos werden", schreibt die Jury. Der große Vorteil im Vergleich zu anderen Biokraftstoffen wie Getreide und Mais: Es gibt keine Konkurrenz zur Nahrungsproduktion.


Monitore zum Mitnehmen

Als zukunftsweisend gilt auch die Forschungsarbeit von Klaus Meerholz, Direktor der Chemie-Fakultät an der Universität Köln und ebenfalls diesjähriger Innovationspreisträger (Kategorie Innovation). Der 47-Jährige forscht an der Herstellung dreidimensional geformter organischer Leuchtdioden (OLED) und macht damit extrem flache Lichtquellen möglich. Sie könnten zum Beispiel in einer neuen Generation preiswerter Bildschirme eingesetzt werden. Oder auf flexiblen Oberflächen angebracht werden, die sich aufrollen lassen – Monitore zum Mitnehmen könnten die Folge sein.


Große Unternehmen wie Merck, BASF und Bayer haben bereits ihr Interesse an Meerholz' Arbeiten signalisiert. Die Jury hat sich vor allem von den vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten der Technologie beeindrucken lassen: „Von Fahrzeugen, über Verpackungen bis hin zu Handys und Computern wird das intelligente Material innovative und einfache Lösungen in allen Bereichen des Alltags erlauben.“


Lebensrettende Forschung

Günter Schwarz von der Universität Köln; Rechte:Presseservice NRW

Günter Schwarz von der Universität Köln

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Die Forschungsarbeiten von Günter Schwarz, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Biochemie an der Universität Köln, hat die Landesregierung mit einem Sonderpreis in der Kategorie Innovation bedacht. Er hat einen Wirkstoff zur Therapie der bislang tödlich verlaufenden Stoffwechselerkrankung Molybdän-Cofaktor-Defizienz (MoCD) entwickelt. Der Grund für diese sehr seltene Erbkrankheit ist ein dem Körper fehlendes wichtiges Enzym. Die Patienten leiden von Geburt an an schwer therapierbaren Krämpfe, verlieren einen Großteil ihrer Hirnsubstanz und müssen künstlich ernährt und intensiv-medizinisch versorgt werden. Sie sterben meist als Kleinkinder. Günter Schwarz hat einen Weg gefunden, das fehlende Enzym wieder zu aktivieren und eine Therapie für MoCD-Patienten zu entwickeln. Bei sechs bisher behandelten Patienten konnten auf Grund der Therapie die Krankheitssymptome gestoppt werden.


Der Innovationspreis wird vom nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium verliehen und ist insgesamt mit 200.000 Euro dotiert. Die Preisträger sind von einer Jury unter dem Vorsitz des Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft aus 42 Nominierungen ausgewählt worden. Die Preisverleihung findet am 15. November in der K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf statt.






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Stand: 09.11.2010, 11 Uhr


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