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Unis helfen bei der Entscheidung

Was kommt nach dem Abi?

Von Stefanie Hallberg

Abiturienten in NRW hatten am Freitag (15.04.10) ihren letzten Schultag vor den Klausuren. Viele wissen noch nicht, wie es dann für sie weitergeht. Vielleicht studieren? Aber was und wo? Die Unis in NRW helfen bei der Suche nach dem richtigen Studiengang.

Abiturienten schreiben eine Klausur; Rechte:dpa

Wie geht es nach Klausuren weiter?

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Etwa 80.000 junge Menschen in Nordrhein-Westfalen werden dieses Jahr die Hochschulreife erwerben. Nur rund ein Viertel der Studienberechtigten fühlt sehr gut oder gut über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten informiert. Viele, die ein Studium beginnen, wechseln schnell wieder das Fach oder wollen gleich ganz aufgeben. Jeder fünfte Student bricht sein Studium dann auch ab, ohne einen Abschluss in der Tasche zu haben. Dabei spielen laut einer Studie der HIS vor allem drei Gründe eine Rolle: Die einen haben Schwierigkeiten, ihr Studium zu finanzieren. Andere haben die Anforderungen an das Studium falsch eingeschätzt und sind wegen Überforderung gescheitert. Und fast jeder fünfte Abbrecher hatte sich mit falschen Erwartungen eingeschrieben und verlor später die Motivation.


Ein Dschungel: Mehr als 2.800 Studiengänge in NRW

Um den Schulabgängern bei immerhin mehr als 2.800 Studiengängen in NRW den Durchblick über Angebote der Unis, die Wahl des Fachs und den Einstieg ins Studium zu erleichtern, haben die Hochschulen zahlreiche Angebote entwickelt.


Entscheidungen sicher treffen

Die Bergische Universität Wuppertal bietet Oberstufenschülern etwa drei Mal pro Semester ein Entscheidungstraining an. Dabei geht es weniger darum, Informationen zu Studiengängen zu vermitteln. Vielmehr sollen junge Leute in dem zweitägigen Seminar lernen, fundierte Entscheidungen sicher zu treffen. „Viele möchten einen Job, der sicher ist und mit dem sich gut Geld verdienen lässt“, sagt Brigitte Diefenbach, Studienberaterin an der Uni Wuppertal, „doch diese Vorstellung ist zu vage, um die richtige berufliche Wahl zu treffen.“ Sie müssten Schritt für Schritt konkretisiert werden.

Interessen, Stärken und Schwächen kennen

In die gleiche Richtung zielen Online-Tests wie Borakel, die viele Unis anbieten. Mit diesem Self-Assessment können junge Leute mehr über ihre Stärken, Schwächen und Interessen herausfinden. Studienberater weisen aber darauf hin, dass dieser Test allein nicht reicht, um die Entscheidung zu treffen, welchen beruflichen Weg man künftig einschlagen möchte. „Sie sind aber eine gute Basis für eine weitere Beratung“, so Josef König, Studienberater an der Ruhr-Uni Bochum.

Mehr Stoff in kürzerer Zeit

Studenten auf dem Gang mit Laptop und Buch; Rechte:dpa

Anders lernen an der Uni

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„In der Schule wird ganz anders gearbeitet als an der Uni“, sagt Wolfgang Loggen, der an der RWTH Aachen rund ums Studium berät. Es werde viel mehr Stoff in viel kürzerer Zeit vermittelt. Das habe sich mit Einführung des Bachelor noch verschärft. „In einem System, das auf Freiwilligkeit und nicht Pflicht basiert, ist es wichtig, sich organisieren und motivieren zu können.“ Einen Eindruck vom Hochschulalltag bieten Informationstage. Lehrende, Studenten und Studienberater stellen Studiengänge vor, öffnen Räume und Labore, beantworten Fragen oder halten Vorträge.


Möglichst früh Interesse wecken

Kinder programmieren an der Uni einen Lego-Roboter; Rechte:dpa

Programmieren an der Uni

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Was macht eigentlich so ein Forscher den ganzen Tag? Wie sieht das Studentenleben wirklich aus? Soll ich mich für das Fach Mathe bewerben? Spezielle Vorlesungsangebote ermöglichen Schülern, in ein großes Spektrum an Fächern hineinschnuppern. „In Bochum können leistungsstarke Schüler auch schon nebenher studieren und Scheine machen, die ihnen später anerkannt werden“, sagt der dortige Studienberater Josef König. Sehen, staunen, verstehen – unter diesem Motto will die RWTH Aachen junge Menschen möglichst früh an die Uni heranführen. Angebote wie „Uni-Hits“, Kinder-Uni und Ferienfreizeiten richten sich bereits an Zehn- bis Dreizehnjährige. Um auch Leute in entfernten Regionen zu erreichen, fuhr der Uni-eigene Science-Truck neun Jahre lang durch das Land und erreichte Tausende von jungen Menschen, bis er wegen Altersschwäche nicht mehr einsetzbar war.


Tipps der Experten

  • Fangen Sie möglichst früh an, sich zu informieren. Während des Abiturs haben Sie andere Dinge im Kopf. Für manche Studiengänge laufen die Bewerbungsfristen früh ab. Zudem muss bei Studiengängen wie Kunst früh mit den Vorbereitungen angefangen werden.
  • Gehen Sie in die Hochschulen, um sich zu informieren, den Betrieb zu besichtigen, eine Vorlesung anzuhören oder nur die Atmosphäre zu schnuppern. „Die Entscheidung für einen Studiengang ist ein Prozess und sollte nicht in wenigen Minuten fallen“, sagt Loggen. Und an der Uni gibt es viele Fächer, die an der Schule nicht angeboten werden, etwa Archäologie oder Geophysik.
  • Finden Sie mehr über Ihre Stärken, Schwächen und Interessen heraus. Was begeistert Sie. „Das ist wichtiger als die Frage, wie viel Geld man verdienen kann, welches Image ein Beruf hat oder die Tatsache, dass Ihr Vater eine Arztpraxis hat“, meint König.
  • Bedenken Sie auch, dass die Prognosen über die Chancen für bestimmte Berufe auf dem Arbeitsmarkt immer nur den momentanen Stand der Dinge zeigen. Garantien für die Zukunft gibt es leider nicht.
  • Nutzen Sie die Beratungsangebote der Universitäten.

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