In vielen Städten in NRW fiel wegen des Warnstreiks der Lehrer der Unterricht aus. Nach Angaben der Gewerkschaft dürften zwischen 10.000 und 15.000 Unterrichtsstunden ausgefallen sein. Ein weiterer Streiktag ist nach Angaben der GEW vorerst nicht geplant. Die angestellten Lehrer fordern die gleiche Bezahlung wie ihre beamteten Kollegen. Betroffen vom Streik waren Aachen, Bielefeld, Bonn, Dorsten, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Minden, Münster, Siegen, Soest und Unna. In Wuppertal blieb eine Förderschule komplett geschlossen. "Dort wurde ein Notdienst für Schüler eingerichtet, die nicht betreut werden", sagte Helga Krüger vom GEW-Stadtverband Wuppertal WDR.de. In Münster wurde der Unterricht zum Teil durch verbeamtete Lehrer übernommen, teilte die Bezirksregierung mit.
Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich "deutlich mehr als 3.000 Lehrer" an den Aktionen. In Köln hatte sich kurz vorm Höhepunkt der "Fünften Jahreszeit" eine karnevalistische Streikfront gebildet. "Unser Motto heißt: Wir lassen uns nicht länger zum Narren halten. Deshalb tragen wir rote Narrenkappen, die den Mützen der französischen Revolution nachempfunden sind", sagte Christine Oberhäuser vom GEW-Stadtverband Köln WDR.de. In dieser Aufmachung marschierten die Streikenden zur Bezirksregierung, um der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken ihre Forderungen zu übergeben.
In Nordrhein-Westfalen gibt es insgesamt etwa 160.000 Lehrer. Die Gewerkschaft beklagt, dass die rund 36.000 angestellten Pädagogen deutlich weniger verdienen als ihre beamteten Kollegen, obwohl sie die gleiche Arbeit machen. Nach Angaben der "Schutzgemeinschaft angestellter Lehrer" beträgt die Differenz durchschnittlich rund 500 Euro netto im Monat. Im Laufe eine Berufslebens könne der Einkommensverlust deutlich über 100.000 Euro ausmachen. Angestellte Lehrer hätten zudem erhebliche Nachteile bei ihrer Rente. Sie wollen deshalb eine von Arbeitgebern und Gewerkschaften gemeinsam erstellte Entgeltordnung für Lehrkräfte.
22.02.2011, 16.00 Uhr
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