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Online-Umfrage unter Studierenden

Ein Hauch von Basisdemokratie

Von Annika Franck

"Wie sieht es mit Deinen Studienbedingungen aus?", fragt NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zur Zeit im Internet. Die Befragung endet am Montag (21.11.2011) und hat bereits überraschend viele Teilnehmer. Ob sich dadurch an den Unis etwas ändert, ist noch nicht klar.

Svenja Schulze; Rechte:picture alliance

Svenja Schulze

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Bis Montag (21.11.2011) können Studierende in NRW ihre Meinung sagen: Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) hatte auf dem Online-Portal "www.besser-studieren.nrw.de" dazu aufgerufen, sich zu den Studienbedingungen in NRW zu äußern. Auf der eigens eingerichteten Website wurden Studierende auch um ihre Meinung zur Bologna-Reform gebeten, mit der Magister und Diplom weitgehend durch die Studienabschlüsse Bachelor und Master abgelöst wurden. Insgesamt fünf Fragen mit anklickbaren Antwortvorgaben sollten die Situation der Studierenden erfassen: Können sie die Arbeitsbelastung bewältigen? Planen sie ein Auslandssemester? Eine zweite Möglichkeit der Meinungsäußerung waren Thesen, die User kommentieren konnten. Darüberhinaus hatten sie die Möglichkeit, eigene Thesen zu ergänzen und zur Diskussion zu stellen.


Überrascht von reger Beteiligung

Knapp 20.000 Studierende haben sich an der Umfrage beteiligt. "Wir hatten nicht ansatzweise damit gerechnet, dass sich so viele Studierende beteiligen", freut sich Ministeriumssprecher Dirk Borhart, schon bevor die endgültigen Zahlen am Dienstag (22.11.2011) bekannt wurden. "Überrascht hat uns vor allem die Breite und Intensität, mit der diskutiert wurde", erklärt er. Eine Online-Befragung, das passt in die Zeit. Und so hat auch die Opposition gegen diese Form der Beteiligung nichts einzuwenden. "Grundsätzlich ist es immer gut, die Studierenden zu befragen", meint Michael Brinkmeier, hochschulpolitischer Sprecher der CDU im Landtag. "Entscheidend ist aber, was man hinterher daraus macht", fügt er skeptisch hinzu.


Fragen zu oberflächlich?

Bela Brenger; Rechte:AStA RWTH Aachen

Bela Brenger

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Wie aussagekräftig ist die Online-Erhebung? "Wir sind zwar im Vorfeld der Umfrage angehört worden, aber unser Feedback wurde größtenteils nicht gehört", bemängelt Bela Brenger, Asta-Vorsitzender an der RWTH Aachen. "Mit gerade mal fünf Fragen kann man nur schwer etwas zur Situation der Studierenden erfahren", gibt er zu bedenken. Allerdings haben nicht alle Studierendenvertreter eine so kritische Meinung. "Dass die Diskussion stattfindet, ist sehr schön, und die offenen Fragen, die gestellt und diskutiert werden, sind durchaus interessant", sagt Patrick Schnepper von der Landes-Asten-Vertretung. "Da werden Fragen aufgeworfen, auf die ich als Studierendenvertreter nicht gekommen wäre", fügt er hinzu. Doch auch Schnepper ist skeptisch, wie die Politik mit den Ergebnissen umgehen werde.


Wissenschaftliche Auswertung gefordert

Hörsaal; Rechte:dapd/Timur

Mehr Einfluss für Studierende?

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Ein Blick in die Kommentare macht deutlich, dass die Studierenden ihre Situation durchaus unterschiedlich einschätzen. Es gibt zumindest nicht nur Kritik am Bologna-Prozess - auch wenn diese Online-Umfrage nicht als repräsentativ gelten kann. Gerade deshalb findet Brinkmeier eine saubere Evaluation wichtig: "Wir möchten nicht, dass die Ministerin hinterher sagt: 'Das haben sich die Studierenden gewünscht.' Das muss eben ganz genau wissenschaftlich ausgewertet werden." Eine solche Online-Umfrage dürfe zwar Anregung, aber nicht Legitimation für die Politik sein.


Noch gibt es keine qualitative Auswertung der Befragung, diese will das Ministerium Ende Januar veröffentlichen. Die Ergebnisse sollen aber, so verspricht es die Ministerin, in der Politik berücksichtigt werden. "Die Erkenntnisse, die wir durch die Online-Befragung gewinnen, werden in die Überlegungen zum vorläufigen Abschluss des Bologna-Prozesses einfließen", verspricht Schulze. Außerdem könnten einige Anregungen in die Neufassung des Hochschulfreiheitsgesetzes, das die Landesregierung derzeit überarbeitet, einfließen.






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