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11.02.2019, 17.45 - 18.00 Uhr | WDR 3

WDR 3 ZeitZeichen

11. Februar 1869 - Der Geburtstag der Dichterin Else Lasker-Schüler
Von Christoph Vormweg

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Für die Gutbürgerlichen waren die Verse von Else Lasker-Schüler immer ein Affront. Denn sie kreisten wortgewaltig um das weibliche Begehren. In ihrer expressionistischen Lyrik schuf sich die jüdischstämmige Dichterin aus Elberfeld eine Parallelwelt.

In der Aufbruchsstimmung der Berliner Boheme um 1910 schlug Else Lasker-Schüler mal leidenschaftliche, mal existentiell verstörende Töne an. Ihre phantasiegeladene Lyrik begeisterte Größen wie Gottfried Benn und Karl Kraus. Doch hatte sie als alleinerziehende Mutter nach zwei gescheiterten Ehen oft keine eigene Bleibe und war auf Mäzene angewiesen. Die Auszeichnung mit dem renommierten Kleist-Preis 1932 entpuppte sich als Anfang vom Ende. Nach Hitlers Machtübernahme wurde die 64jährige mehrfach verprügelt und setzte sich erst in die Schweiz, dann nach Palästina ab. Dort wurde - neben dem Schreiben - die Religion für Else Lasker-Schüler zur inneren Stütze. 1945 starb sie verarmt und wurde auf dem Ölberg in Jerusalem beerdigt.