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31.05.2022, 17.45 - 18.00 Uhr | WDR 3

WDR 3 ZeitZeichen

31. Mai 1902 - Das Ende des Zweiten Burenkrieges in Südafrika
Von Andrea Kath

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Gold und das Duell zweier ungleicher Mächte. Auf diese kurze Formel könnte man die Ursachen des Zweiten Burenkrieges in Südafrika bringen. Ein grausamer Krieg Großbritanniens und der Burenrepubliken, der tief im kollektiven Gedächtnis der Südafrikaner verankert ist. Ein Krieg, der vor allem für die Briten sehr viel länger dauerte als geplant. Militärisch übermächtig waren die Briten sich sicher, die beiden unabhängigen Burenrepubliken Oranje-Freistaat und Transvaal ohne große Gegenwehr rasch besetzen zu können. Ein Irrtum, wie sich schon kurz nach Kriegsbeginn 1899 herausstellte.
Die Briten wollten Südafrika endlich vereinigen, dessen größter Teil ihnen schon seit 1806 gehörte. Die beiden Burenrepubliken standen nach ihren Gründungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts diesem Expansionsdrang im Wege. 1886 wurden ausgerechnet in Transvaal riesige Goldlagerstätten gefunden. Dem daraufhin einsetzenden Goldrausch schob die südafrikanische Regierung schnell einen Riegel vor. "Uitlanders", und damit auch Briten, konnten keine Staatsbürger werden, und damit nicht so ohne Weiteres an Schürfrechte kommen. Diese vermeintliche Ausländerfeindlichkeit nahmen die Briten zum Anlass, gegen die Burenrepubliken einen Krieg zu beginnen - um ungestört das begehrte Gold ausbeuten zu können. Dafür änderte die britische Armee im Kriegsverlauf ihre Strategie. Überall hinterließ sie "verbrannte Erde": Sie zerstörte die Farmen der Buren, vernichtete die Ernte, hungerte ihre Gegner aus. Rund 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder wurden in Lagern interniert. Etwa ein Viertel davon starb an Hunger und Krankheiten.