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23.06.2022, 17.45 - 18.00 Uhr | WDR 3

WDR 3 ZeitZeichen

23. Juni 1912 - Der Geburtstag von Alan Turing
Von Martin Herzog

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Eine wahre Geistesgröße ziert die neue englische 50-Pfund-Note. Doch die Bank of England entschied sich nicht etwa für Isaac Newton, Stephen Hawking oder andere britische Forscher von Weltruf. Sondern für Alan Turing. Ein lange Zeit unbekannter Mathematiker, der erst jetzt zu verdientem Ruhm kommt. Die Wissenschaftsgeschichte hat Alan Turing erst vor kurzer Zeit entdeckt und gewürdigt. Mittlerweile ist der Mathematiker als Codeknacker-Genie des Zweiten Weltkriegs bekannt, Hollywood und Benedict Cumberbatch sei Dank. Dabei ist das nur eine Facette seines reichen, aber viel zu kurzen Schaffens.
Die Mathenoten ließen nicht darauf schließen, dass Alan Turing ausgerechnet in diesem Fach einmal brillieren würde. Dafür pflügte Alan schon als Sechstklässler durch Einsteins Relativitätstheorie, interessierte sich für Planetenbahnen und Schimmelpilze. Als Student in Cambridge erregte er in den 1930ern Aufmerksamkeit mit Ideen für sogenannte "programmierbare Computer" und "künstliche Intelligenz". Heute gilt er als Vater der Informatik.
So wurde er zu Beginn des Weltkrieges nach Bletchley Park berufen, wo der britische Geheimdienst an der Entschlüsselung des deutschen ENIGMA-Codes arbeite. Der galt als unknackbar. Turing knackte ihn - und wandte sich der Frage zu, wie die Natur Tieren und Pflanzen zu ihren Mustern verhilft. Das entsprechende Gesetz ist nach ihm benannt. Wer weiß, was noch alles dazu gekommen wäre, hätte Turing 1954 nicht seinem Leben im Alter von 42 Jahren ein Ende gesetzt.