Programmübersicht

  • Heute
  • Jetzt
14.10.2021, 09.45 - 10.00 Uhr | WDR 5

ZeitZeichen

Eine Demonstrantin fordert am 14.10.1991 in Oslo auf einem Plakat die Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi aus dem Hausarrest

Sendung vom 14.10.2021

14.10.2021, 09.45 - 10.00 Uhr | WDR 5

  • Stereo
14. Oktober 1991 - Der Friedensnobelpreis geht an die Politikerin Aung San Suu Kyi Von Andrea Kath Wiederholung: WDR 3 17.45 Uhr

Sie ist der Alptraum der Generäle. Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu soll einmal über sie gesagt haben: "Äußerlich ist sie zart und elegant, aber ihre moralische Statur ist gigantisch."
Bei Parlamentswahlen in Myanmar 2015 gewann die Partei von Aung San Suu Kyi, die Nationale Liga für Demokratie, überraschend die Mehrheit. Endlich, so schien es, würde sich das südostasiatische Land von der Militärdiktatur verabschieden und demokratisch werden. Die mit einem Briten verheiratete Politikerin durfte offiziell zwar nicht Staatspräsidentin werden - doch inoffiziell war sie die Regierungschefin.
Es war nur eine kurze Zeit der Demokratie. Als Aung San Suu Kyis Partei im November 2020 erneut mit absoluter Mehrheit die Parlamentswahlen gewann, sprachen die Militärs sofort von Wahlbetrug. Im Februar 2021 putschten die Generäle und setzen die Regierungschefin ab. Seither steht Aung San Suu Kyi wieder unter Hausarrest - so wie fast die gesamte Zeit ihres politischen Lebens. 1988 war sie aus Großbritannien nach Myanmar zurückgekehrt und hatte die Nationale Liga für Demokratie mitgegründet. Im selben Jahr hielt sie ihre erste öffentliche politische Rede, in der sie sich für die demokratische Entwicklung ihres Landes einsetzte. Kurz darauf wurde sie von den regierenden Militärs unter Hausarrest gestellt. Begründung: Sie gefährde die staatliche Sicherheit. Für ihren Kampf um Freiheit und gegen Unterdrückung erhielt sie 1991 den Friedensnobelpreis.