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02.12.2017, 16.30 - 17.15 Uhr | WDR Fernsehen

El Hierro - Die Insel am Ende der Welt

Ein Film von Holger Vogt

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"Vor Kolumbus war westlich der Kanareninsel El Hierro das Ende der Welt, die man bis dahin für eine Scheibe hielt", sagt Maite, die Archäologin von El Hierro. Sie schwärmt von ihrem Eiland: Für sie ist es ein Paradies und dort zu leben ein Privileg. Kaum jemand kennt El Hierro, obwohl Teneriffa nur etwa drei Schiffs- oder eine halbe Flugstunde nah ist. Die Insel hat, wonach sich viele sehnen: atemberaubende Natur, ein hervorragendes Straßen- und Wanderwegenetz, nette Insulaner, genannt Herrenos, eine gute Küche mit Fisch und frischem Gemüse und guten Wein von den eigenen vulkanischen Hanglagen.

Die Herrenos denken sozial und ökologisch, lieben und schützen ihre Natur und pflegen ihre Kultur und Tradition. Sie sind offen und freundlich, eigenwillig und selbstbewusst. Musik ist ihnen wichtig. Sie klingt "weltmusikalisch", nach dem Mutterland Spanien, aber auch nach dem nahen Afrika und dem fernen Venezuela, Cuba und Mexiko, denn dorthin zog es viele Insulaner in schweren Zeiten. Das kleine aber feine "Bimbache openART Festival" bringt jeden Sommer Musiker aus aller Welt nach El Hierro.

Die etwa 10.000 Insulaner setzen seit Jahrzehnten auf sanften Tourismus und ökologisches Wirtschaften in Fischerei und Landbau. Aus dem weiten Atlantik kommen Wale, Mantas, Delfine, Thunfische und Schildkröten dicht vor die von uralten Lavaströmen und Vulkankratern geprägte Inselküste. Steile Felswände sind das Reich der Kolkraben und einer Rieseneidechse, die es nur auf El Hierro gibt. Auf den Hochebenen grasen die Rinder des Ökobauern Paco in einer sattgrünen, von Natursteinmauern durchzogenen Landschaft, die an Irland erinnert. Hier ist es nie heiß und nie kalt. Auf El Hierro ist immer irgendwie Frühling.

Das Filmteam begleitet Maite, die Archäologin, zum Heiligen Baum und den Versammlungsplätzen der geheimnisvollen Bimbaches, der Ureinwohner, die vor 2000 Jahren aus Afrika kamen, erlebt bei Ananas- und Gemüsebauern den alltäglichen Kampf um eine ökologische Landwirtschaft, folgt Tauchern in die blaue Tiefe vor der Insel und zeigt das Wind-Wasser-Kraftwerk, das die Insel mit sauberer Energie versorgt und unabhängig macht vom Rest der Welt.