Programmübersicht

  • Heute
  • Jetzt
21.12.2017, 23.25 - 00.55 Uhr | WDR Fernsehen

Menschen hautnah: Einfach Glück

Eine Reise mit Anke Engelke
Ein Film von Gesine Enwaldt und Ravi Karmalker

Chorprobe mit Anke Engelke

Sendung vom 21.12.2017

21.12.2017, 23.25 - 00.55 Uhr | WDR Fernsehen

  • Stereo
  • HD

Sie zieht sich einen weißen Kittel über. Auf ihrem Namensschild steht: Anke Engelke, Praktikantin. Auf der Kinderkrebsstation will sie herausfinden, was Glück bedeutet. Denn vielleicht ist es aufschlussreich, dahin zu gehen, wo man das Glück nicht vermutet. Anke Engelke hat Bedenken, wie sie den Kindern gegenübertreten soll. Ganz normal? Kann sie Kinder, die mit dem Tod kämpfen, nach dem Glück fragen? Darf sie Witze machen?

Sie lernt Sarah und Tobi kennen - zwei Kinder, die mit dem Krebs kämpfen. Und die Anke zeigen, was wertvoll geworden ist in ihrem Leben: Alltag erleben - zuhause, nicht im Krankenhaus. Die Geborgenheit in der Familie. Ein Freund, der zu ihnen hält. Und das kleine Glück, Anke beim Minigolf zu besiegen.

Ein Jahr lang ist Anke Engelke unterwegs - als Reporterin und als Suchende: Sie fragt die glücklichen Menschen nach ihrem Geheimnis. Und will mit den Unglücklichen herausfinden, was glücklich machen könnte.
So gründet sie, die selbst so gerne singt, zusammen mit dem Musikwissenschaftler Prof. Gunter Kreutz und dem Chorleiter Max Weise den "Chor der Muffeligen". Drei Monate lang singen Menschen zusammen, denen es mies geht. Am Ende stehen ein Auftritt in der Philharmonie Köln und das wissenschaftliche Ergebnis, ob Singen nachweisbar glücklich macht.

Auf ihrer Reise richtet Anke Engelke den Scheinwerfer immer mehr auf die unspektakulären kleinen Glücksmomente. Wie schafft man sich die? Und welches Leben passt - und macht glücklich? Engelke besucht die Dorfgemeinschaft Tempelhof. Dort teilen über hundert Menschen alles miteinander: Freude, Sorgen und das Geld - so viel oder so wenig es auch sein mag.

In der Gemeinschaft mit vielen oder zu zweit als Paar durchs Leben gehen: Was macht wen glücklich? Und wie können die Unglücklichen einen kleinen Glückszipfel zu fassen bekommen? Muss es die große Liebe sein oder reicht das Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören?

Anke holt sich Rat bei Wissenschaftlern - und entdeckt im Selbstversuch die Kraft des Nucleus Accumbens. Kaum jemand kennt ihn, aber er spielt die entscheidende Rolle für die Glücksproduktion unseres Hirns. Wo genau verlaufen dort die Glücksspuren - und sind sie messbar? Der Besuch bei dem international renommierten Gesundheitswissenschaftler Prof . Tobias Esch liefert tiefe Einblicke in die unbekannten Hirnregionen der Glückssucherin Anke Engelke. Und hat erstaunliche Folgen.

Wenn wir so viel über Glück wissen - können wir es dann vielleicht lernen, wenn wir nur früh genug damit anfangen? Schulfach Glück - macht das Sinn? Anke fährt nach Heidelberg und wird probeweise wieder zur Schülerin im hier erfundenen neuen Unterrichtsfach Glück. Die Wahrnehmung von Vertrauen und Geborgenheit wird hier geschult, körperlich und seelisch. Dazugehören, gemeinsam etwas erleben, sich auf den anderen verlassen können - in kleinen Schritten fahren die SchülerInnen ihre Glücksantennen aus.

Anke Engelke reist durch Deutschland und erlebt verschiedene Facetten des Glücks. Am Ende ihrer Reise sagt sie: "Egal, was das Leben einem so vor die Füße wirft, ich habe begriffen, dass man mit dem Glück auch zusammen arbeiten kann. Wenn man nämlich merkt, dass man sich gerade nicht wohlfühlt, dann: Los! Andere Menschen suchen, einfach mal die Zeit anhalten, den Moment angucken, in dem man gerade steckt. Sich selber und anderen was gönnen."