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07.12.2018, 00.55 - 02.55 Uhr | WDR Fernsehen

Jazzline: Myles Sanko / Charles Pasi

Aufzeichnung der Leverkusener Jazztage 2018

Myles Sanko

Sendung vom 07.12.2018

07.12.2018, 00.55 - 02.55 Uhr | WDR Fernsehen

  • Stereo
  • HD

Der Mann hört sich fantastisch an und sieht bei der Ausübung seines Berufs in perfekt sitzenden Anzügen auch noch verdammt gut aus. Myles Sankos Stimme ist kraftvoll, dynamisch und energieladen, changiert zwischen Jazz, Soul und Funk - und wirkt in Kombination mit seinem eleganten Äußeren stets wie aus dem Ei gepellt. Geboren im ghanaischen Accra, kam Myles Sanko schon als Kind mit verschiedenster Musik in Kontakt: "Reggae, Soul, Folk, Funk, Jazz - alles war dabei". Als Jugendlicher migrierte er mit seiner Familie nach Großbritannien und hatte als Teenie in Cambridge erste Auftritte, bei denen er sang und rappte. Auf den Bühnen von Bars und Clubs seiner neuen Heimatstadt wächst und gedeiht der Sound von Myles Sanko; Jazz-lastiger Funk verschmilzt locker und leicht mit dem Soul seiner Stimme. 2013 erscheint die Debüt-EP "Born In Black & White", 2016 das Album, mit dem Sanko seine künstlerische Identität festigt: "Just Being Me" lautet der Titel, so programmatisch wie selbstverständlich. Wo Myles Sanko ist, strahlt und funkelt das Rampenlicht von Jazz, Soul und Funk. Möglicherweise fungiert er als geschmeidige Verbindung zwischen Gregory Porter und Michael Kiwanuka. Ganz sicher aber ist Myles Sanko der Typ, der sowohl akustisch wie optisch vor allem eins macht: "bella figura".
Der französische Sänger und Mundharmonika-Spieler Charles Pasi mag es nicht, als Soul- oder Bluesman, Jazzer oder Rocker einsortiert zu werden. Das Entscheidende sei, so Pasi, verschiedene Styles miteinander zu verbinden. Charles Pasi, 1984 in Paris geboren, studierte am "Saint College of Music" in Rom und an der Pariser Jazzschule "CIM" und legt Wert darauf, sein stilistisches Potenzial weit aufzufächern. Er spielte als Sideman in der Band von Carla Bruni, trat als Support für Maceo Parker und Zaz auf - und setzt neben seiner Stimme hier wie da seine Bluesharp ein. Vorbild für Pasi ist dabei Bob Dylan. Keineswegs aber wegen dessen Virtuosität: "Dylans Harmonikaspiel ist furchtbar. Er hat seinen eigenen Stil, aber er trifft wirklich keinen Ton". Etwas, das Pasi stets gelingt. Bei seinem Schaffen auf der Bühne, und auch dann, wenn er - so keck wie gewagt - sein Debüt "Mainly Blue" an Archie Shepps Managerin schickte und fragte, ob der Tenorsaxophonist eventuell auf seinem nächsten Album mitspielen würde. Die Sache blieb nicht konjunktivisch, sondern wurde real. Hat Archie Shepp tatsächlich gemacht. Hören man die Zusammenarbeit auf Pasis Album "Uncaged". Seit 2017 ist Charles Pasis Erfolgsstory noch um ein Kapitel reicher: "Bricks" ist das erste Album eines französischen Sängers, das von dem renommnierten amerikanischen Jazzlabel "Blue Note Records" veröffentlicht wurde.